Der Petersdom und seine Fundamente werden umfassend und laufend kontrolliert. Ziel des Monitorings ist es, bei bedrohlichen Veränderungen rasch reagieren zu können und die größte Kirche der Christenheit vor möglichen Schäden durch Erdbeben und Umwelteinflüsse zu bewahren. Die bislang weitgehend verborgen gebliebenen Maßnahmen wurden am Montag in einer Pressekonferenz im Vatikan vorgestellt.
Die technische Seite des Projekts, das im Wesentlichen bereits im Jahr 2025 realisiert wurde, hat der italienische Energie- und Technologiekonzern Eni übernommen. Das Unternehmen stellte dem Vatikan nach eigenen Angaben dafür keine Kosten in Rechnung.
Im Vatikan hatte Kardinal Mauro Gambetti als Erzpriester von Sankt Peter und Chef der Dombauhütte die Leitung. Der Konzern Eni hat in den vergangenen Jahren bei der Wiederherstellung und Sicherung von erdbebengeschädigten Kirchen in L'Aquila und Norcia umfangreiche Erfahrungen gesammelt.
Besondere Gefährdungen
Die umfangreichen Untersuchungen im und unter dem Petersdom ergaben, dass die Basilika wegen ihres uneinheitlichen Untergrunds und durch den enormen Besucherandrang besonderen Gefährdungen ausgesetzt ist. Eine derart umfassende Untersuchung und Überwachung des Petersdoms hat es noch nie gegeben, wie Eni-Sprecher Claudio Granata am Montag betonte.
Sichtbare Risse, auch in einem der großen Vierungspfeiler, auf denen die große Kuppel von Michelangelo mit einem Gesamtgewicht von 14.000 Tonnen ruht, wurden erstmals bereits im 17. Jahrhundert dokumentiert. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder Veränderungen im Mauerwerk beobachtet. Mit dem neuen Monitoring sind laut Angaben von Eni Veränderungen selbst im Millimeter-Bereich erfassbar.
Schäden im Deckengewölbe
In den vergangenen Jahren hatte es vereinzelte Berichte über Schäden im Deckengewölbe gegeben, insbesondere als Folge von Erdbeben. Rom liegt am Rand sehr aktiver Erdbebenregionen Mittel- und Süditaliens.
Die Basilika Sankt Peter in Rom wurde am 18. November 1626 von Papst Urban VIII. nach einer Bauzeit von 120 Jahren geweiht. Aus Anlass dieses Jubiläums sind zahlreiche liturgische und kulturelle Veranstaltungen im Vatikan geplant. Höhepunkt und Abschluss ist ein feierlicher Papst-Gottesdienst am 18. November 2026.