So sieht das Bischofswappen von Pater Joshy Pottackal aus

Mit Sondererlaubnis

Mit besonderer Erlaubnis darf der neue Mainzer Weihbischof das Mainzer Rad in seinem Wappen führen. Zudem stehen indische Buchstaben in Malayalam-Schrift für Alpha und Omega. Dies ist ein Hinweis auf seine Herkunft aus Kerala.

Joshy George Pottackal (Bistum Mainz)

Kurz vor seiner Weihe hat der neue Mainzer Weihbischof Joshy Pottackal sein persönliches Bischofswappen auf Instagram vorgestellt. Darin verbindet der Karmeliten-Pater seine indische Herkunft, seine Ordenszugehörigkeit und seine Verbundenheit mit Mainz.

Eine Besonderheit ist das Mainzer Rad im Wappen. "Normalerweise darf ich als Weihbischof das Mainzer Rad nicht benutzen, weil es dem Bischof vorbehalten ist", sagte Pottackal in dem Video. Bischof Peter Kohlgraf habe ihm aber erlaubt, das traditionsreiche Symbol zu führen - als Zeichen seiner Verbundenheit mit der Bischofsstadt.

Erinnerung an indische Heimat

Auch seine Herkunft aus dem südindischen Bundesstaat Kerala findet sich im Wappen wieder. Die grüne Farbe stehe für seine Heimat: "Das Grün steht für Kerala, wo ich herstamme. Dort ist sehr viel grün", so der Ordensmann.

Ein Kanu im Hinterwasser von Kerala, Indien / © Shutterbugtrails (shutterstock)
Ein Kanu im Hinterwasser von Kerala, Indien / © Shutterbugtrails ( shutterstock )

Ein besonders persönliches Detail sind zwei Buchstaben in Malayalam-Schrift, der Muttersprache des neuen Weihbischofs. Sie stehen für Alpha und Omega - Anfang und Ende - und bringen seine kulturellen Wurzeln im Wappen zum Ausdruck. Ebenso sind zwei Engelsflügel zu sehen, die an den Evangelisten Matthäus erinnern, den Taufpatron des Weihbischofs. Zudem enthält das Wappen das Symbol der Karmeliter mit den drei Sternen des Ordens.

Besondere Bischofsinsignien

Mit Pottackal übernimmt erstmals ein Priester mit außereuropäischen Wurzeln ein Bischofsamt in Deutschland. Für seinen künftigen Bischofsring, den Krummstab und das Brustkreuz hat sich Pottackal für Holz entschieden.

 © Nicolas Ottersbach (DR)
© Nicolas Ottersbach ( DR )

"Holz steht für Wachstum und Leben. Es war für mich auch wichtig, dass es etwas Schlichtes ist", erklärte der 48-jährige Ordensmann. Üblicherweise sind Bischofsringe aus Gold oder Silber gefertigt.

Geboren wurde Pottackal 1977 im südindischen Kerala in eine Familie von Thomaschristen. Seit 2004 lebt der Karmelit in Deutschland und besitzt mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Bistum Mainz war er unter anderem als Jugendseelsorger und zuletzt in der Personalabteilung tätig.

Joshy George Pottackal

Joshy George Pottackal wurde am 30. April 1977 in Meenkunnam im indischen Bundesstaat Kerala geboren. Im Anschluss an seine Schulzeit besuchte er ab 1992 das Knabenseminar der Karmeliten. Nach Vollendung des Noviziats im Jahr 1996 legte er seine erste Profess ab. Anschließend studierte Pottackal im Calvary Institute of Philosophy and Religion der Kapuziner im indischen Thrissur Philosophie und im Dharmaram Vidya Kshetram der Karmeliten in Bengaluru Theologie. Am 28. Dezember 2003 empfing er in Thrissur die Priesterweihe.

Joshy George Pottackal / © Andreas Arnold (dpa)
Joshy George Pottackal / © Andreas Arnold ( dpa )
Quelle:
KNA