Der aus Indien stammende Pater Joshy George Pottackal gehört dem Bettelorden der Karmeliten an und arbeitet seit 22 Jahren in Deutschland. Mit seiner Weihe empfing erstmals ein nicht in Europa geborener Priester in Deutschland die Bischofsweihe. Der 48 Jahre alte Pottackal ist der siebte Weihbischof des Bistums Mainz. Sein Vorgänger Udo Markus Bentz war von Papst Franziskus zum Erzbischof von Paderborn ernannt und dort im März 2024 in das Amt eingeführt worden.
"Wir stehen mitten in der Fastenzeit und es gibt viele bedrückende Situationen in der Welt und der Kirche", sagte Pottackal in seiner Ansprache. Gerade jetzt sei die Sehnsucht nach Frieden und auch Freude groß. "In allen Bedrängnissen sehen wir der Erlösungstat Jesu entgegen." Das Wappen des neuen Weihbischofs enthält mit dem Mainzer Rad und Buchstaben der Malayalam-Schrift Elemente, die auf seine indische und rheinland-pfälzische Heimat verweisen.
Predigt des Mainzer Bischof Kohlgraf
Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat in seiner Predigt den Wahlspruch Pottackals "Durch Vertrauen geführt" in den Mittelpunkt getstellt. Er rief den neuen Weihbischof zu einem Dienst aus dem Vertrauen auf Gott heraus auf. Kohlgraf erinnerte daran, dass Pottackal ursprünglich eine missionarische Aufgabe in der Weltkirche anstrebte. Seit mehr als zwanzig Jahren wirke der aus Indien stammende Karmelit jedoch als Priester und Ordensmann im Bistum Mainz. Nun setze er diesen Dienst als Weihbischof fort.
Als geistliche Vorbilder nannte Kohlgraf den Propheten Elija und die Gottesmutter Maria. Elija stehe für den Einsatz für den Glauben an den einen Gott und für den Einsatz gegen Ungerechtigkeit. Maria stehe für das Ja zur Berufung und für die Nähe Gottes zu den Menschen. Wer heute Bischof werde, habe einen "prophetischen Auftrag", sagte Kohlgraf. In einer Gesellschaft, in der Gott für viele Menschen keine Rolle spiele, gehe es darum, an Gott zu erinnern und Zeugnis für den Glauben zu geben.
Kirche ist Weltkirche
Zum Abschluss seiner Predigt bezeichnete Kohlgraf die Bischofsweihe als ein Fest für die gesamte Diözese. Zugleich werde in der Berufung Pottackals sichtbar, dass die Kirche eine Weltkirche sei. Daher danke Kohlgraf Papst Leo XIV. für die Ernennung des neuen Weihbischofs in Mainz. Ebenso bedankt sich der neu geweihte Mainzer Weihbischof Joshy Pottackal O.Carm in seiner Dankansprache im Mainzer Dom für das Vertrauen und die Unterstützung.
Seine Ernennung zum Weihbischof sei für ihn nicht absehbar gewesen. Den Termin der Weihe am Laetare-Sonntag habe er bewusst angenommen, weil dieser im Kirchenjahr zum Aufruf "Freut euch" gehört. Mit Blick auf Konflikte in Kirche und Welt sprach er von einer großen Sehnsucht nach Frieden und Hoffnung. Christen blickten in der Fastenzeit auf die Auferstehung Jesu und auf die Hoffnung, die daraus erwachse.
Aus Holz gefertigten bischöflichen Insignien
Der neue Weihbischof verwies auf seinen Wahlspruch "Durch Vertrauen geführt" und erklärte, er vertraue darauf, dass Gott ihn auf seinem Weg leite. Die aus Holz gefertigten bischöflichen Insignien deutete er als Zeichen für Leben und Wachstum. Der Delphin im Bischofsstab sei in der christlichen Tradition ein Zeichen der Hoffnung und erinnere an Christus als Retter. Zum Abschluss dankte auch Pottackal Papst Leo XIV. für die Ernennung sowie dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf für Vertrauen und Weihe.
Pater Joshy Pottackal wurde 1977 im südindischen Kerala in eine Familie von Thomaschristen geboren. Seit 2004 lebt der Karmelit in Deutschland und besitzt mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Bistum Mainz war er unter anderem als Jugendseelsorger und zuletzt in der Personalabteilung tätig.
DOMRADIO.DE hat am vierten Fastensonntag die Feier der Bischofsweihe von Pater Joshy Pottackal O.Carm. mit Bischof Peter Kohlgraf aus dem Mainzer Dom übertragen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Mainzer Dommusik gestaltet. Mitkonsekratoren bei der Weihe waren Erzbischof Stephan Burger als Metropolit und Bischof Wilmar Santin O.Carm., Prälat von Itaituba in Brasilien. Im Gottesdienst sangen der Mainzer Domchor sowie der Mädchenchor am Dom und St. Quintin. Die Schola wurde aus Männerstimmen der Domkantorei gebildet. Die instrumentale Begleitung übernahmen die Mainzer Dombläser. Die Domorgel spielte der Domorganist Daniel Beckmann. Die musikalische Gesamtleitung lag bei Domkapellmeister Karsten Storck und Domkantor Michael Kaltenbach.