Kardinalsrat berät über Verhältnis Kurie zu Bischofskonferenzen

Sitzung im Vatikan

Der Kardinalsrat, der den Papst bei seiner Kurienreform berät, beendet seine 32. Sitzung. Laut einer Mitteilung des vatikanischen Presseamtes war das Verhältnis der Kurie zu den Bischofskonferenzen ein Schwerpunkt der Beratungen.

Kardinal Reinhard Marx ist Mitglied des Kardinalsrates / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Reinhard Marx ist Mitglied des Kardinalsrates / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Des Weiteren stand die Mitarbeit von Nichtklerikern in "entscheidenden Positionen der Kurienbehörden wie anderen kirchlichen Organen" im Mittelpunkt der Konsultationen. Daneben hätten Kurienkardinal Michael Czerny über die Amazonas-Synode und Kardinal Reinhard Marx über die Reformdebatte des Synodalen Weges in Deutschland informiert.

Zudem befasste sich der Rat bei seinem dreitägigen Treffen mit den Rückmeldungen zu seinem Entwurf einer neuen Kurienordnung. Der Entwurf war im April zur Stellungnahme an Bischofskonferenzen, Ordensleiter, Kurienbehörden und andere Beteiligte verschickt worden.

Laut der Vatikanmitteilung trafen bis zuletzt noch Rückmeldungen zum bisherigen Entwurf ein. Das fertige Dokument soll die aktuelle Kurienverfassung von 1988 ablösen.

Sechsköpfiger Beraterkreis

An den Arbeitsrunden nahmen demnach sämtliche Mitglieder des auf sechs Kardinäle geschrumpften Beraterkreises (früher "K9" genannt) teil. Neben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gehören dazu Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras, der Münchener Erzbischof Reinhard Marx, Sean Patrick O'Malley aus Boston, Giuseppe Bertello als Präsident der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt und Oswald Gracias aus Bombay (Mumbai).

Zugegen war außerdem Bischof Marcello Semeraro als Sekretär; der Rechtsexperte Marco Mellino als beigeordneter Sekretär fehlte dieses Mal. Papst Franziskus nahm bis auf Mittwochvormittag an den meisten Sitzungen des Rates teil.

Wann die neue Kurienordnung erscheint, eine Apostolische Konstitution mit dem vorläufigen Titel "Praedicate evangelium" (Verkündet das Evangelium), steht noch nicht fest. Beobachter rechnen nicht mit einer Veröffentlichung vor Frühjahr 2020. Bei seinem nächsten Treffen im Februar werde der Kardinalsrat weiter über die Rückmeldungen zum Entwurf beraten, so das vatikanische Presseamt.

Papst Franziskus und Mitglieder des Kardinalsrats / © Osservatore Romano (KNA)
Papst Franziskus und Mitglieder des Kardinalsrats / © Osservatore Romano ( KNA )
Quelle:
KNA