Weniger Teilnehmer an Befragung zu Kirchenreformen als erhofft

Sind die Menschen zu gleichgütig?

An einer Online-Umfrage der Initiative "Katholischer Klartext" zu Kirchenreformen haben sich eigenen Angaben nach bislang knapp 8.600 Menschen beteiligt. Das sei nicht wenig, aber ein bisschen enttäuschend.

Frau in einer Kirchenbank / © Harald Oppitz (KNA)
Frau in einer Kirchenbank / © Harald Oppitz ( KNA )

Das sagte der Initiator und frühere Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Carl Kau der "Rheinischen Post" am Montag in Düsseldorf. Insgeheim habe er gehofft, dass wenigstens fünf Prozent der Katholiken in Deutschland – also rund eine Million Menschen – mitmachten.

Wenigstens 10.000 sollen es noch werden

Kau hatte die Online-Umfrage am 1. März zusammen mit weiteren Katholiken aus Bremen und Köln gestartet. Ihr Anliegen sei, gewöhnlichen Katholiken ein Sprachrohr zu geben und den Kirchenverantwortlichen ihre Meinung widerzuspiegeln.

Laut "Rheinischer Post" sollen die Ergebnisse im September den deutschen Bischöfen am Rande ihrer Vollversammlung in Fulda vorgelegt werden. Ziel sei nun, bis dahin wenigstens noch 10.000 Voten zu sammeln.

Haken die Menschen die Kirche ab?

Die mangelnde Beteiligung ist für Kau laut dem Bericht auch ein Indiz für die Kirchenkrise. Nach seiner Wahrnehmung greife in Kirchenfragen eine erschreckende Gleichgültigkeit um sich. "Das ist ja die schlimmste Form, dass die Menschen sich heute an den Dingen nicht mehr reiben und das Thema Kirche einfach abhaken. Denn wer sich aufregt, hat wenigstens noch eine innere Beziehung und einen Bindungswunsch."

Auf der Seite www.katholischer-klartext.de können Teilnehmer auf einer Skala angeben, wie wichtig ihnen eine konsequente Aufarbeitung von Missbrauchsfällen, demokratische Mitbestimmung in der Kirche, die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern, eine Abschaffung des Pflicht-Zölibats für Priester und mehr Transparenz im Umgang mit Finanzmitteln sind. Zudem werden sie gefragt, ob sie zu einem temporären Kirchenaustritt bereit wären, um ihrer Forderung nach Reformen Ausdruck zu verleihen und nach deren Verwirklichung wieder einzutreten.

Quelle:
KNA