Sektenführer in Kenia nach Todesopfern durch Fasten in Haft

Vom Jüngsten zum weltlichen Gericht

In Kenia ist der Anführer einer christlichen Sekte festgenommen worden, weil er seine Anhänger zum Fasten bis hin zum Hungertod verleitet haben soll. Vier Menschen sind dabei gestorben, elf werden im Krankenhaus behandelt.

Blick in einen verschlossenen Gefängnisflur einer JVA / © Marcus Führer (dpa)
Blick in einen verschlossenen Gefängnisflur einer JVA / © Marcus Führer ( dpa )

Am Montag wird der selbst ernannte Leiter der evangelikalen "Good News International Church" vor Gericht erwartet, wie der staatliche TV-Sender NTV Kenya (Samstag) berichtet.

Fasten, um auf Jesus zu treffen

Einem Polizeibericht zufolge soll der Sektenführer die Gläubigen motiviert haben, in Vorbereitung auf das Jüngste Gericht zu fasten, um "auf Jesus zu treffen". Vier Menschen seien an den Folgen des Nahrungsmangels gestorben, während die Polizei elf in teils kritischem Zustand ins Krankenhaus habe bringen können.

Von geistlichen Anführern radikalisiert

Weiter erklärte ein Polizeisprecher, die Gläubigen seien von ihrem geistlichen Anführer "radikalisiert" worden. Kenianische Medien berichteten am Freitag auch von "Gehirnwäsche". Kirchenvertreter und Menschenrechtler vor Ort verurteilten das Vorgehen des Mannes.

Umfrage: Fasten wird immer beliebter

Fasten wird einer Forsa-Umfrage zufolge immer beliebter. Knapp zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) haben schon mindestens einmal im Jahr für mehrere Wochen auf bestimmte Genussmittel verzichtet, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Montag in Hamburg mitteilte. Vor zehn Jahren war es rund die Hälfte der Befragten. Für knapp ein Viertel (24 Prozent) kommt Fasten dagegen generell nicht in Frage. Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige christliche Fastenzeit, die bis Ostern dauert.

Fastenessen / © Guillaume Poli (KNA)
Fastenessen / © Guillaume Poli ( KNA )
Quelle:
KNA