Schaden durch Veruntreuung eines Priesters ist höher als gedacht

Mehr als eine halbe Million Euro

Für ein teures Auto und kostspielige Reisen hat ein Geistlicher im Bistum Trier Geld veruntreut. Der Mann war Ende 2024 zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Jetzt wird das gesamte Ausmaß sichtbar.

Blick auf den Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Blick auf den Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Die Veruntreuungen eines Priesters im Bistum Trier haben deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt – inzwischen geht die Kirche von 579.000 Euro Gesamtsumme aus. 

"Zu den Geschädigten gehören die Kirchengemeinde und Gruppierungen innerhalb der Kirchengemeinde sowie externe Gruppierungen wie etwa Hilfswerke", teilte eine Bistumssprecherin mit. Der Mann war Ende 2024 in Bitburg zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Urteil bezog sich auf die Veruntreuung von 130.000 Euro. Nach und nach waren dann weitere Gelder bekanntgeworden, die der Priester abgezweigt haben soll, um sich ein teures Auto und Luxusreisen zu finanzieren. Er habe sich nach gesundheitlichen Problemen etwas gönnen wollen, hatte der Geistliche im Prozess gesagt und sich entschuldigt. Die kirchliche Revision aller Konten, für die der Mann zwischen 2001 und 2012 Vollmacht besaß, ist nun abgeschlossen.

Wegen Verjährung eingestellt

"Die Ergebnisse der Untersuchung der Revision haben die Verantwortlichen im Bistum an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Diese hat mitgeteilt, dass die Ermittlungen wegen Verjährung wieder eingestellt wurden", erklärte die Sprecherin.

Die kirchenrechtliche Voruntersuchung sei im November eingeleitet worden. "Über Dauer und möglichen Ausgang kann derzeit keine Aussage getroffen werden." Der Priester ist seit Ende 2023 von seinen priesterlichen Aufgaben suspendiert und arbeitet im kirchlichen Verwaltungsbereich. Er hat sich zur Rückzahlung der veruntreuten Gelder verpflichtet, zuletzt aber Privatinsolvenz angemeldet.

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA