Die Veruntreuungen eines Priesters im Bistum Trier haben deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt – inzwischen geht die Kirche von 579.000 Euro Gesamtsumme aus.
"Zu den Geschädigten gehören die Kirchengemeinde und Gruppierungen innerhalb der Kirchengemeinde sowie externe Gruppierungen wie etwa Hilfswerke", teilte eine Bistumssprecherin mit. Der Mann war Ende 2024 in Bitburg zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Das Urteil bezog sich auf die Veruntreuung von 130.000 Euro. Nach und nach waren dann weitere Gelder bekanntgeworden, die der Priester abgezweigt haben soll, um sich ein teures Auto und Luxusreisen zu finanzieren. Er habe sich nach gesundheitlichen Problemen etwas gönnen wollen, hatte der Geistliche im Prozess gesagt und sich entschuldigt. Die kirchliche Revision aller Konten, für die der Mann zwischen 2001 und 2012 Vollmacht besaß, ist nun abgeschlossen.
Wegen Verjährung eingestellt
"Die Ergebnisse der Untersuchung der Revision haben die Verantwortlichen im Bistum an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Diese hat mitgeteilt, dass die Ermittlungen wegen Verjährung wieder eingestellt wurden", erklärte die Sprecherin.
Die kirchenrechtliche Voruntersuchung sei im November eingeleitet worden. "Über Dauer und möglichen Ausgang kann derzeit keine Aussage getroffen werden." Der Priester ist seit Ende 2023 von seinen priesterlichen Aufgaben suspendiert und arbeitet im kirchlichen Verwaltungsbereich. Er hat sich zur Rückzahlung der veruntreuten Gelder verpflichtet, zuletzt aber Privatinsolvenz angemeldet.