Angriffe auf Kirchen und Moscheen in Nigeria verletzen nach Worten des Beauftragten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit. In dem Zusammenhang nannte er auch Entführungen von Geistlichen sowie Schülerinnen und Schülern durch bewaffnete Gruppen. Im März entführten Dschihadisten in Nigeria mehr als 100 Menschen. Rachel äußerte sich vor seiner geplanten Abreise nach Nigeria am Samstag, wo er bis Dienstag bleibt.
Treffen in Abuja geplant
In der nigerianischen Hauptstadt Abuja wird Rachel sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes mit christlichen und muslimischen Geistlichen sowie mit Vertretern der Humanisten treffen. Geplant seien auch Gespräche über die aktuelle Lage mit zivilgesellschaftlichen und staatlichen Vertretern. Rachel trifft sich den Angaben zufolge darüber hinaus mit Betroffenen von Gewalt und Vertreibung.
Die Dynamiken von Gewalt seien vielschichtig und komplex, betonte Rachel. "Als deutsche Bundesregierung unterstützen wir Nigeria bei der Stabilisierung besonders von Gewalt betroffener Regionen" Nigeria sei für Deutschland ein globaler Schlüsselpartner. "Das bevölkerungsreichste Land des Kontinents hat in seiner Rolle als Demokratie und regionale Führungskraft eine ganz zentrale Bedeutung weit über Westafrika hinaus."
Leo verurteile Gewalt im Februar
Auch Papst Leo XIV. äußerte sich am 8. Februar 2026 zur Gewalt in Nigeria. "Ich versichere alle Opfer von Gewalt und Terrorismus meiner Verbundenheit im Gebet", sagte Leo im Vatikan. Zudem hoffe das Kirchenoberhaupt, dass die zuständigen Behörden weiterhin entschlossen daran arbeiteten, die Sicherheit und den Schutz des Lebens jedes Bürgers zu gewährleisten.
Der Papst reagierte damit auf mehrere Angriffe der vergangenen Tage in Nigeria. Sowohl im Westen als auch im Norden des Landes hatten schwer bewaffnete Banden mehrere Dörfer überfallen, Menschen verschleppt und getötet. Neben islamistischen Attacken kommt es landesweit immer wieder zu Entführungen und Überfällen durch bewaffnete Banden. Das gilt zunehmend auch in Gegenden, die früher als vergleichsweise stabil galten.