Religionsfreiheit in Myanmar laut Berichten auf Talfahrt

Kirchen beschossen und in Brand gesteckt

Der Putsch in Myanmar hat die ohnehin schwierige Lage der ethnisch-religiösen Gemeinschaften des Landes in Sachen Religionsfreiheit verschärft. Immer wieder würden auch Kirchen angegriffen, in denen Menschen Zuflucht gefunden haben.

Demonstrantin mit einem Schild "Pray for Myanmar" / © Daniel Ceng Shou-Yi (dpa)
Demonstrantin mit einem Schild "Pray for Myanmar" / © Daniel Ceng Shou-Yi ( dpa )

Von Repressionen betroffen seien vor allem die muslimischen Rohingya sowie die christlichen Konfessionen im mehrheitlich buddhistischen Myanmar, hieß es in dem Freitag verbreiteten Kapitel über Myanmar im Jahresbericht 2021 der "US Commission on International Religious Freedom" (USCIRF). Die Armee habe aber auch Mitglieder der buddhistischen Mehrheit ins Visier genommen, die sich gegen die Militärjunta stellten.

Vor allem in den Unionsstaaten Kachin, Kayah und Chin mit ihren sehr großen christlichen Bevölkerungsanteilen führt die Tatmadaw-Armee einen Bürgerkrieg gegen die Milizen der ethnischen Minderheiten und gegen die Zivilbevölkerung, so der Report der unabhängigen Einrichtung der US-Regierung. Immer wieder werden auch Kirchen beschossen, in denen Geflüchtete Schutz vor der Gewalt suchen.

Zudem sind Verhaftungen von und Morde an christlichen Priestern an der Tagesordnung in den betroffenen Regionen. Hunderttausende Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen in Myanmar auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg und leben unter schlimmsten humanitären Bedingungen in provisorischen Lagern in den Wäldern.

Bürgerrechtsorganisationen fordern Sitzung des UN-Sicherheitsrates

Der Schwerpunkt des Bürgerkriegs liegt derzeit im Unionsstaat Chin im Westen Myanmars. In der Stadt Thantlang hat die Armee zuletzt Kirchen und das Büro der Kinderrechtsorganisation "Save the Children" in Brand gesteckt. Angesichts der Armeegewalt in Thantlang und anderen Teilen Myanmars forderten am Donnerstag 521 myanmarische und internationale Bürgerrechtsorganisationen eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Die Gruppen setzten sich unter anderem für ein Embargo für Waffenlieferungen an die Junta ein.

Nach Informationen internationaler Beobachter hat die Junta Ende Oktober eine militärische Offensive zur Niederschlagung des Widerstands gegen den Putsch vom 1. Februar gestartet. Neben Chin, Kachin und Kayah finden auch im Shan-Staat sowie in Sagaing und Magwe in Zentralmyanmar schwere Kämpfe zwischen der Armee, ethnischen Milizen und der "Volksverteidigungsfront" der im Untergrund agierenden "Regierung der nationalen Einheit" (NUG) statt.

Quelle:
KNA
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