Fragen und Antworten zum Synodalen Weg

Reformdialog geht in die nächste Runde

Der Reformdialog zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland geht in die nächste Runde. Am Donnerstag startet in Frankfurt die zweite Vollversammlung des Synodalen Wegs und tagt bis Samstag. Einige Fragen und Antworten.

Teilnehmer im Gespräch beim Auftakt der Beratungen der Synodalversammlung am 31. Januar 2020 / © Harald Oppitz (KNA)
Teilnehmer im Gespräch beim Auftakt der Beratungen der Synodalversammlung am 31. Januar 2020 / © Harald Oppitz ( KNA )

Synodaler Weg - was ist das eigentlich?

Eine Synode im klassischen Sinne ist der "Synodale Weg" nicht. Die begriffliche Nähe drückt allerdings aus, dass der Reformdialog mehr sein soll als ein unverbindliches Gespräch. Die Regeln sind in einer Satzung und einer Geschäftsordnung festgelegt. Wie eine Synode hat der Synodale Weg eine beratende Funktion. Das bedeutet, der jeweilige Ortsbischof entscheidet, ob er die dort gefassten Beschlüsse umsetzt.

Die 2019 gestartete Initiative, die es in dieser Form in der katholischen Kirche noch nie gab, war ursprünglich auf zwei Jahre angelegt. Nach derzeitigem Planungsstand soll sie 2022 enden.

Zugleich beginnt im Oktober eine von Papst Franziskus ausgerufene zweijährige Weltsynode. Deren Ziel ist, die Kirche umzugestalten.

Mehr Menschen sollen Mitsprache erhalten und die Kirche soll ihre Botschaft überzeugender verkünden. Welche Auswirkungen das auf das deutsche Projekt hat, ist noch offen.

Worum geht es inhaltlich?

Der Synodale Weg hat vier Schwerpunktthemen, zu denen je eine Arbeitsgruppe mit Synodenteilnehmern und Experten gebildet wurde: Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. In weit mehr als einem Dutzend inzwischen erarbeiteten Papieren stehen teilweise weitreichende Forderungen nach Änderungen der katholischen Kirche in fast allen Bereichen.

Bei grundlegenden Punkten wie etwa einer Aufhebung der verpflichtenden Ehelosigkeit von Priestern, dem Zölibat, oder einer Zulassung von Frauen zur Diakoninnen- oder Priesterinnenweihe kann die Synode keine Änderung beschließen, sondern nur ein Votum abgeben, das von den Bischöfen in die Weltsynode mit eingebracht werden könnte.

Was steht in Frankfurt an?

Nach einer pandemiebedingten Pause von eineinhalb Jahren treffen alle 230 Synodenteilnehmer wieder physisch zusammen und arbeiten erstmals an Beschlüssen. Über 16 Texte wird in Erster Lesung beraten und jeweils am Ende abgestimmt, ob diese in ihrer Grundrichtung Zustimmung finden.

Um Beschlüsse in der Synodalversammlung verabschieden zu können, ist eine doppelte Zweidrittelmehrheit erforderlich - aller anwesenden Mitglieder sowie der anwesenden Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz.

Gibt es Kritik am Synodalen Weg?

Das Projekt hatte von Anfang an Kritiker, im In- und Ausland. Diese machen sich Sorgen, dass ein zu weites Vorpreschen die Einheit der Kirche oder deren Wesenskern gefährden könnte. Unter vielen Synodenteilnehmern besteht aber Einigkeit, dass Veränderungen notwendig sind, damit die Kirche wieder verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen kann.

Autor/in:
Karin Wollschläger
Quelle:
KNA
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