Prior der Abtei Maria Laach wirbt in Fastenpredigt für "Selbstanklage"

"Auch mal Fehler eingestehen"

In der Basilika des Klosters Maria Laach hat der Prior der Benediktinerabtei, Pater Maximilian Krenn OSB, die vierte Fastenpredigt im Rahmen der Fastenzeit gehalten. Er ruft dazu auf, besonders das eigene Handeln zu reflektieren.

Maria Laach Prior Maximilian Krenn OSB (ML)
Maria Laach Prior Maximilian Krenn OSB / ( ML )

DOMRADIO.DE: Welche Bedeutung messen Sie Ihrer ersten Fastenpredigt in Maria Laach bei?

Pater Maximilian Krenn OSB (Prior Maria Laach, bildet zusammen mit Abt Mauritius Wilde OSB seit dem vergangenen Jahr die Führungsspitze des Klosters): Im Rahmen dieser Reihe ist das schon etwas Besonderes, weil man ja weiß, welche Persönlichkeiten hier sonst noch sprechen. Ich bin jetzt so hineingerutscht, kann man sagen. 

Es liegt schon ein besonderer Fokus darauf, in der Fastenzeit eine Predigt zu halten. Man kann vor allem ein Thema viel mehr vertiefen und weiterentwickeln, als man das sonst bei einer Predigt tun würde.

DOMRADIO.DE: Inwiefern kann man denn noch weiter fasten, wenn man bereits Ordensbruder ist und ohnehin auf so einiges freiwillig verzichtet? 

Krenn: Wir verzichten vielfach auf Zeit. Wir lassen uns in den christlichen Rhythmus und auch in den christlichen Raum binden. Das ist eigentlich der größte Verzicht, den der Ordensmann macht. Wir verzichten gar nicht so viel auf Menschen, weil wir viel mit ihnen zu tun haben. 

Natürlich achten wir in dieser besonderen Zeit auch auf das Maß der Speise. Das ist ein bedeutsamer Punkt. Ebenso ist der Medienkonsum ein wichtiges Thema im Kloster. Ich schränke mich da besonders ein.

DOMRADIO.DE: In Ihrer Predigt haben Sie unter anderem den übermäßigen Konsum von Medien und Technik angeprangert und als Entschleunigung das System um Gott zur Selbstbesinnung entgegengestellt. Wie kann uns Gott von übermäßigem Konsum befreien?

Krenn: Das Wort "System" würde ich da nicht verwenden, sondern Gott selbst. Gott ist grundsätzlich einer, der uns frei macht. Das ist die Grundbotschaft der Bibel. Er führt uns aus der Sklaverei in die Freiheit. Das ist das, was er tun will. Aber das geht nur, wenn wir mit ihm sind. Nur in ihm finden wir die Freiheit. Das ist ein Aspekt von vielen. 

Einer dieser Aspekte war in der Fastenpredigt auch, dass wir zusehends unfreier werden. Ich nehme das durch den übermäßigen Konsum dieser Technik wahr. Sich dann um die Freiheit zu bemühen, ist das Entscheidende. Wie geht man damit um? Da ist das Gebet sehr wichtig.

DOMRADIO.DE: Sie haben in Ihrer Predigt in diesem Kontext den Begriff "Selbstanklage" genannt. Was bedeutet das?"

Krenn: Das bedeutet, dass der Mensch wie kein anderes Geschöpf fähig ist, Fehler einzugestehen. Für mich bedeutet Selbstanklage, dass ich fähig bin, mich beim Namen zu nennen. Dies ist auch eine der Voraussetzungen zur Selbstannahme. Das ist mir wichtig: Das Ziel ist die Selbstannahme und die macht mich dann auch wieder froh. 

Diese Freude kann man vielleicht ein wenig in der Fastenzeit erlangen, wenn man jetzt schon beginnt, sich selbst anzuklagen. Wenn ich bei mir anfange und nicht immer beim anderen, ist das ein einfaches Prinzip der Fastenzeit.  

Das Interview führte Bernd Knopp.

Maria Laach

Abtei Maria Laach / © Elena Kharichkina (shutterstock)

Die Abtei Maria Laach ist eine hochmittelalterliche Klosteranlage. Sie liegt an der Südwestseite des Laacher Sees, ein paar Kilometer nördlich von Mendig in der Eifel, und gehört zu der Ortsgemeinde Glees. Sie wurde als Abbatia ad Lacum (lateinisch für "Abtei am See") zwischen 1093 und 1216 als Stiftung Heinrichs II. von Laach und seiner Frau Adelheid erbaut. Ihren heutigen Namen erhielt sie im Jahre 1863. 

Quelle:
DR

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