Priester im Südsudan wurde nach Attentat freigesprochen

Mittäterschaft bei Angriff auf Bischof

Ein verworrener Kriminalfall im afrikanischen Südsudan hat für einen der Beteiligten ein versöhnliches Ende gefunden. Ein Priester im Südsudan wurde von einer Mittäterschaft beim Attentat auf einen Bischof freigesprochen.

Richterhammer mit Rosenkranz / © Jiri Hera (shutterstock)
Richterhammer mit Rosenkranz / © Jiri Hera ( shutterstock )

Er will seine Arbeit als Geistlicher fortsetzen. 

"Ich bin bereit, in das Bistum Rumbek zurückzukehren", sagte John Mathiang Machol laut örtlichen Medienberichten (Samstag). Er sprach an der Seite seines Anwalts vor Journalisten, nachdem ein Berufungsgericht seine Freilassung angeordnet hatte.

Angriff auf Bischof Carlassare sorgte weltweit für Entsetzen

Im April 2021 sorgte der Angriff auf Bischof Christian Carlassare weltweit für Entsetzen. Mehrere Täter hatten ihn im Schlaf überfallen und ihm in beide Beine geschossen. Als Motiv galt ein kircheninterner Streit. Ein Gericht verurteilte drei Männer zu mehreren Jahren Gefängnis - darunter Mathiang. 

Der designierte Bischof Christian Carlassare im Krankenbett  (VN)
Der designierte Bischof Christian Carlassare im Krankenbett / ( VN )

In seinem Fall allerdings zu Unrecht, wie ein Berufungsrichter diese Woche urteilte. Für eine Mittäterschaft habe es keine ausreichenden Beweise gegeben, resümierte der Anwalt des Priesters. 

An Carlassare wandte sich der Freigesprochene mit einer versöhnlichen Botschaft: "Ich habe nichts gegen Sie oder gegen Ihre Berufung (zum Bischof)." Carlassare reagierte zunächst nicht auf das Versöhnungsangebot. 

Katholische Kirche im Südsudan

Etwa drei Viertel der Südsudanesen sind Christen. Katholiken sind die mitgliederstärkste Kirche im Südsudan mit knapp der Hälfte aller Getauften. Die Mehrheit der Protestanten sind Anglikaner (Episcopal Church) und Presbyterianer.

Die ersten Christen im Gebiet des heutigen Südsudan gab es schon im 5. Jahrhundert im damaligen Königreich Nubien. Sie wurden allerdings durch die Ausbreitung des Islam ab 640 weitgehend zurückgedrängt.

Flagge Südsudan / © Jiri Flogel (shutterstock)
Quelle:
KAB , KNA