"Ich denke, wir sollten keine pompöse Kirche sein - zum einen können wir uns das nicht leisten, zum anderen wäre es lächerlich". Das sagte der Primas von Böhmen der tschechischen Zeitung "Denik N" (Donnerstag). Was früher für das Handeln der Kirche Sinn ergeben habe, entspreche heute nicht mehr der Realität. Stattdessen sollte die Kirche "demütig, wahrhaftig und authentisch" auftreten.
Teil der Gesellschaft
Eine politische Rolle für seine Kirche lehne Pribyl grundsätzlich ab; vielmehr sehe er sie als "Teil der Zivilgesellschaft". Nichtsdestotrotz habe der jüngste Regierungswechsel in Prag auch die Glaubensgemeinschaft auf den Plan gerufen, wie der Erzbischof betont.
Kritik übte er konkret an Parlamentspräsident Tomio Okamura von der rechtsnationalen Partei Freiheit und Demokratie (SPD). Dessen Rhetorik, die sich häufig gegen Migranten und Minderheiten richtet, sei von einer Randerscheinung zu einem "nicht mehr erträglichen" Phänomen geworden. Mit den Ukrainerinnen und Ukrainern im Land, gegen die Okamura ebenfalls wetterte, müsse man sich solidarisch zeigen.
Pribyl ist seit April 2025 Vize-Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz, deren Generalsekretär er zuvor war. Im November 2023 hatte ihn Papst Franziskus zum Leiter des Bistums Leitmeritz in Nordböhmen ernannt. Papst Leo XIV. ernannte ihn im Februar zum neuen Primas von Böhmen und Leiter des Erzbistums Prag.