Polizei setzt nach Anschlag auf Synagoge Belohnung aus

"Jeder noch so kleine Hinweis"

Der Brandanschlag auf die Oldenburger Synagoge hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Vom Täter fehlt nach wie vor jede Spur. Daher setzen die Ermittler der Polizei nun auf Hinweise möglicher Zeugen und loben eine Belohnung aus.

Brandanschlag auf Synagoge in Oldenburg / © Hauke-Christian Dittrich (dpa)
Brandanschlag auf Synagoge in Oldenburg / © Hauke-Christian Dittrich ( dpa )

Nach dem Brandanschlag auf die Oldenburger Synagoge hat die Polizei eine Belohnung ausgesetzt. Für Hinweise auf den Täter soll es 5.000 Euro geben, wie die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland am Donnerstag mitteilte.

Zudem hat sie ein Internetportal geschaltet, über das Videos, Bilder oder andere Hinweise - auch anonym - hochgeladen werden können. Polizeipräsident Andreas Sagehorn appellierte: "Jeder noch so kleine Hinweis zählt, jeder kann der entscheidende sein."

Am vergangenen Freitag war ein Brandsatz auf eine Tür der Synagoge geworfen worden. Das Feuer hatte sich wegen eines schnellen Eingreifens nicht weiter ausgebreitet, Menschen erlitten keine Verletzungen. Der Anschlag hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Vom Täter fehlt bislang jede Spur.

Ministerpräsident Weil besucht Synagoge 

Laut Polizei arbeitet eine eigens eingesetzte Ermittlungsgruppe intensiv weiter. Es sei zu vermuten, dass der Täter auf dem Weg zu der Synagoge oder auf der Flucht von Unbeteiligten gefilmt oder fotografiert wurde. Sie hofft daher etwa auf Aufnahmen von Überwachungskameras, Schnappschüsse oder Videos von Auto-Dashcams.

Auch vermeintlich irrelevante Aufnahmen könnten hilfreich sein, so die Behörde. Personen, die möglicherweise in ihrem Umfeld von der Tat gehört haben oder sonstige Kenntnisse haben, rief die Polizei dazu auf, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen.

Unterdessen will am Freitag Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Synagoge besuchen. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, will er laut Staatskanzlei am Freitagabend an einem Gottesdienst teilnehmen.

Synagogen-Vorsitzende erstochen - Polizei erkennt kein antisemitisches Motiv

 Die Polizei geht nach dem brutalen Tod der Vorsitzenden einer Synagogen-Gemeinde in Detroit nicht von einem antisemitischen Hintergrund für die Tat aus. Dies legten Erkenntnisse aus den Ermittlungen nahe, sagte Polizeichef James White am Montag bei einer Pressekonferenz. "Wir haben nicht das Gefühl, dass es mit Stand dieser Pressekonferenz irgendetwas gibt, das dafür spricht, dass jemand anderes in Gefahr ist, weil es sich um ein Hassverbrechen handelt." White nannte keine weiteren Details zum möglichen Motiv.

Tatort New York / © Albold Gerhard (dpa)
Tatort New York / © Albold Gerhard ( dpa )
Quelle:
KNA