Polarisiertes Kolumbien wählt neuen Präsidenten

 (DR)

In Kolumbien waren die Bürger am Sonntag aufgerufen, in einer Stichwahl einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Damit entscheiden sie zugleich über die Zukunft des Friedensprozesses in dem südamerikanischen Land.

Gut 36 Millionen Stimmberechtigte mussten sich zwischen dem Rechtsaußen Iván Duque und dem Linkspolitiker Gustavo Petro entscheiden. Duque, der in Umfragen führte, sieht den mit der Farc-Guerilla geschlossenen Friedensvertrag kritisch und fordert Änderungen. Petro hingegen will daran festhalten. Präsident Juan Manuel Santos, der für seine Dialogpolitik mit der Farc 2016 den Friedensnobelpreis erhielt, durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Duque lehnt neben dem Friedensvertrag mit der Farc, der seit anderthalb Jahren in Kraft ist, auch die derzeitigen Verhandlungen mit der kleineren ELN-Guerilla ab. Der 41-Jährige kandidiert für die Partei Demokratisches Zentrum, in der Ex-Präsident Álvaro Uribe den Ton angibt. Uribe ist Wortführer der Kritiker des Friedensprozesses und steht im Verdacht, Verbindungen zu den paramilitärischen Todesschwadronen zu haben, die im über fünf Jahrzehnte andauernden blutigen Konflikt in Kolumbien brutale Verbrechen begangen haben.

Der 58-jährige Petro präsentiert sich als Alternative zur traditionellen Politik und besetzt neue Themen wie Tierschutz und Homosexuellen-Rechte. Der ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá wird von Teilen der Linksparteien unterstützt und mobilisiert viele junge Wähler. Er setzt auf Sozialpolitik und kritisiert die liberale Wirtschaftspolitik von Amtsinhaber Santos.

(epd/17.06.2018)