DOMRADIO.DE: Sie haben schon als Kind gerne mit Lego gespielt und haben die Steine als Erwachsener wiederentdeckt und bauen jetzt Bibelszenen mit Lego nach. Was sind das für Bauten und Szenen?
Thomas Elbert (Teampfarrer im Pastoralen Raum "Am Kreuzberg" im Bistum Würzburg): Die Idee stammt aus der Corona-Zeit. Ich habe damals noch am Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität in Würzburg gearbeitet und wollte den Menschen Bibel-Szenen, vor allem Gleichnisse, näherbringen. Daraus ist dann das erste Modell entstanden.
DOMRADIO.DE: Wie lange sitzen Sie an so einem biblischen Lego-Bauwerk?
Elbert: Das ist ganz unterschiedlich, meistens baue ich die Dinge in der Urlaubszeit, am freien Tag oder einfach, um meinen Kopf freizubekommen. Aber in der Regel arbeitet man da Wochen, teilweise auch Monate daran.
DOMRADIO.DE: Es gibt von Lego keine fertigen Bibelsets. Sie müssen also selbst kreativ werden und sich das zusammenstellen. Gibt es denn immer alle Teile, die Sie für Ihre Werke brauchen?
Elbert: Alle Teile gibt es nicht, aber die meisten schon. Was ich seit einiger Zeit suche, beziehungsweise, was nicht hergestellt wird, ist ein Lego-Esel für die Lego-Krippe. Den habe ich bis zum heutigen Tag noch nicht entdeckt.
DOMRADIO.DE: Wie kompensieren Sie das?
Elbert: Ich habe einfach ein graues Pferd reingestellt.
DOMRADIO.DE: Das sieht dann aus wie ein Esel?
Elbert: Genau.
DOMRADIO.DE: Sie nutzen Lego auch zur Glaubensvermittlung. Wie kommt das bei Ihnen in der Gemeinde an?
Elbert: Es schlägt ein wie eine Bombe. Ich bin jetzt versetzt worden. Ich war davor in einem anderen Seelsorgebereich, da wurde es auch schon sehr gut angenommen. Es spricht sich immer mehr rum.
Es kommen viele Kommuniongruppen, aber auch Ministrantengruppen. Vor allen Dingen für Kinder oder Familien ist es eine interessante Geschichte. Man kommt mit den Leuten einfach ganz niederschwellig ins Gespräch.
DOMRADIO.DE: Übermorgen öffnet Ihre nächste Ausstellung "Bibel einmal anders" in der Pfarrscheune Sandberg. Kann es losgehen oder haben Sie bis dahin noch Arbeit?
Elbert: Es ist noch einiges zu tun, aber heute kommt meine Schulklasse, die hilft mir ein bisschen. Ich verspreche den Kindern immer, wenn sie im Unterricht gut mitmachen, dann dürfen sie auch mal zwei Stunden mitarbeiten. Wir arbeiten im Unterricht gerade an der Moses-Geschichte in Ägypten, und das ist auch ein großes Lego-Modell bei mir.
Das Interview führte Carsten Döpp.