Pfarrer: Armee in Südafrikas Townships nur Teil der Lösung

Kirche als Plattform für Dialog

Südafrikas katholischer Parlamentspfarrer hat die Entsendung der Armee in Townships unter Vorbehalt begrüßt. Dies sei jedoch nur eine von vielen notwendigen Maßnahmen, um Bandengewalt in den Slums zu bekämpfen, sagte Peter-John Pearson.

In einem Township in Kapstadt / © Bronwen Dachs (KNA)
In einem Township in Kapstadt / © Bronwen Dachs ( KNA )

"Der Armeeeinsatz ist nicht die Antwort. Viel eher muss er Teil eines viel breiteren Lösungscocktails sein", sagte der Direktor des bischöflichen Parlamentsbüros der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Eine Entspannung der Lage sei höchstens kurzfristig zu erwarten., 

Erste Patrouillen

Am Donnerstagabend hatten Soldaten erstmals seit Jahren in den Armensiedlungen rund um Kapstadt patrouilliert. Der Polizeiminister des Landes, Bheki Cele, hatte in der vergangenen Woche die Entsendung der Armee in zehn Townships angekündigt. Ziel sei es, eine Mordwelle und Bandengewalt zu beenden.

Am vergangenen Wochenende waren Berichten zufolge mindestens 43 Menschen in Kapstadt von rivalisierenden Banden getötet worden.

Warnung vor Militarisierung

Pearson mahnt die Verantwortlichen jedoch zur Vorsicht. "Es würde mir Sorge bereiten, wenn die Armee Polizeiaufgaben übernimmt. Das kann nur zu einer weiteren Militarisierung unserer bereits explosiven, gefährlichen Situation führen." Die Streitkräfte müssten laut Pearson die Polizei unterstützen, nicht jedoch deren Aufgaben übernehmen.

Darüber hinaus müssten dem Armeeeinsatz weitere Maßnahmen folgen. "Wir sprechen von Townships, wo vielleicht eine starke Hand nötig ist - aber nicht ohne Beteiligung der anderen Mitspieler." Neben der Zivilbevölkerung, der Polizei und Politikern könnten auch Kirchen helfen, die Gewalt zu beenden.

"Wir müssen eine Sprache sprechen, die in den betroffenen Gemeinden fehlt. Eine Sprache von Verbundenheit statt von Hass und Rache." Die Kirche könne als Plattform für Dialog dienen und Jugendlichen eine Alternative zum Bandentum bieten.

Stärkere Justiz und bessere Betreuung

Pearson stimmt mit Experten überein, denen zufolge die Gewalt in Armut und Arbeitslosigkeit wurzelt. "Soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit ruft oft extremes Verhalten hervor." Neben Entwicklung brauche es eine stärkere Justiz und eine bessere Betreuung der Jugendlichen.


Quelle:
KNA