Petra Bahr empfiehlt Klosterleben gegen Einsamkeit

"Frei, selbstbestimmt und mit Anderen"

Einsamkeit wird der evangelischen Theologin Petra Bahr zufolge immer mehr zu einer "heimlichen Krankheit" der Herzen. Das Leben in einer Gemeinschaft im Kloster sei keineswegs veraltet, sondern zukunftsweisend.

Kreuzgang der Klosteranlage des Klosters Bebenhausen / © Bernd Weißbrod (dpa)
Kreuzgang der Klosteranlage des Klosters Bebenhausen / © Bernd Weißbrod ( dpa )

"Die Pandemie hat diese Form der Verlorenheit noch verstärkt", sagte die hannoversche Regionalbischöfin am Sonntag in einem Gottesdienst im Kloster Marienwerder bei Hannover. Ein vermeintlich überkommenes Lebensmodell wie das einer Klostergemeinschaft sei dabei vorbildlich und weise in die Zukunft.

Leben durch Mobilität und Selbstbestimmung verändert

"Hier darf man frei, selbstbestimmt und gleichzeitig mit Anderen leben", sagte Bahr, die auch Mitglied im Deutschen Ethikrat ist. Gründe für die zunehmende Einsamkeit der Menschen sehe sie vor allem in einer älter werdenden Gesellschaft und weniger Familienbeziehungen, die bis ins hohe Alter hielten. Dies liege nicht daran, dass die Jungen egoistisch geworden seien, sondern weil das Leben sich durch Mobilität und Selbstbestimmung so verändert habe.

Evangelische Kirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist die Gemeinschaft der 20 evangelischen Landeskirchen in der Bundesrepublik mit derzeit 20,7 Millionen Protestanten. Wichtigste Leitungsgremien sind die EKD-Synode mit 120 Mitgliedern, die Kirchenkonferenz mit Vertretern der Landeskirchen sowie der aus 15 ehrenamtlichen Mitgliedern bestehende Rat. Ratsvorsitzender ist der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Sitz des EKD-Kirchenamtes ist Hannover.

Festgottesdienst auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 / © Harald Oppitz (KNA)
Festgottesdienst auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 / © Harald Oppitz ( KNA )

Quelle:
epd