Patriarch Kyrill ließ Papst Genesungswünsche ausrichten

"In einer herzlichen Atmosphäre"

Papst Franziskus hat den Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Antonij, empfangen. Der Metropolit überbrachte Grüße und Genesungswünsche vom orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill. Zudem traf er auf Pietro Parolin.

Antonij Sevrjuk, russisch-orthodoxer Metropolit von Volokolamsk, bei der Vollversammlung des "VII. Kongresses von Welt- und traditionellen Religionen" mit Religionsführern in Nur-Sultan / © Paul Haring/CNS photo (KNA)
Antonij Sevrjuk, russisch-orthodoxer Metropolit von Volokolamsk, bei der Vollversammlung des "VII. Kongresses von Welt- und traditionellen Religionen" mit Religionsführern in Nur-Sultan / © Paul Haring/CNS photo ( KNA )

Das teilte Russlands orthodoxe Kirche am Abend mit. Am Ende ihres Gesprächs am Freitag übergaben sie sich demnach Geschenke.

Franziskus hatte erst am Freitagmorgen die Gemelli-Klinik in Rom verlassen, in der er am 7. Juni am Darm operiert und seither medizinisch versorgt wurde.

Längeres Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Parolin

Antonij hatte am Freitag die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio in Rom besucht und sich im Vatikan auch mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin getroffen.

Papst Franziskus küsst das Enkolpion von Antonij Sevrjuk, russisch-orthodoxer Metropolit von Volokolamsk, während der Vollversammlung des VII. Kongresses von Welt- und traditionellen Religionen mit Religionsführern im Palast der Unabhängigkeit am 14. September 2022 in Nur-Sultan in Kasachstan. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA (KNA)
Papst Franziskus küsst das Enkolpion von Antonij Sevrjuk, russisch-orthodoxer Metropolit von Volokolamsk, während der Vollversammlung des VII. Kongresses von Welt- und traditionellen Religionen mit Religionsführern im Palast der Unabhängigkeit am 14. September 2022 in Nur-Sultan in Kasachstan. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA ( KNA )

"Im Laufe eines längeren Gesprächs, das in einer herzlichen Atmosphäre stattfand, erörterten beide Seiten ein breites Spektrum aktueller Fragen der bilateralen Beziehungen", hieß es vonseiten des Moskauer Patriarchats.

In Kiew sprach Zuppi mit Präsident Wolodymyr Selenskyj

Derzeit arbeitet der Vatikan an einer Friedensmission für die von Russland angegriffene Ukraine.

Für diese Aufgabe entsandte der Papst Anfang Juni Bolognas Kardinal Matteo Zuppi, einen Sant'Egidio-Mann, für zwei Tage in die Ukraine. In Kiew sprach Zuppi unter anderen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und Kirchenvertretern. Nun steht Moskau auf Zuppis Besuchsliste.

Zuspruch von Seiten der russischen Regierung erwartet

Am vergangenen Wochenende äußerte sich der Kardinal dazu optimistisch: Die Zeichen stünden auf Aufmerksamkeit, auf Erwartung und man gehe davon aus, dass es von Seiten der russischen Regierung und der orthodoxen Kirche einen gewissen Zuspruch geben werde.

Wegen seiner Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine steht das orthodoxe Moskauer Patriarchat massiv in der Kritik. Das Kirchenoberhaupt Kyrill I. ist ein wichtiger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Orthodoxe Kirche

Als orthodoxe Kirche wird die aus dem byzantinischen (Oströmischen) Reich hervorgegangene Kirchenfamilie bezeichnet. Sie besteht je nach Standpunkt aus 14 beziehungsweise 15 selbstständigen ("autokephalen") Landeskirchen. "Orthodox" ist griechisch und bedeutet "rechtgläubig". Trotz großer nationaler Unterschiede und innerer Konflikte versteht sich die Orthodoxie in Bekenntnis und Liturgie als eine einzige Kirche. Ehrenoberhaupt ist der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. (84).

Christlich-orthodoxes Holzkreuz und Kirche in der Nähe von Kharkiv in der Ukraine / © aquatarkus (shutterstock)
Christlich-orthodoxes Holzkreuz und Kirche in der Nähe von Kharkiv in der Ukraine / © aquatarkus ( shutterstock )
Quelle:
KNA