Vier historische Dokus zu Oberammergau

Passionsspiele im Fernsehen

Die Oberammergauer Passionsspiele sind zwar wegen der Corona-Krise auf 2022 verschoben, doch der Fernsehsender ARD-alpha hält ein paar historische Schmankerl bereit. Für Interessierte ein Fernseh-Erlebnis.

Passionsspiele in Oberammergau werden verschoben / © Andreas Stückl (dpa)
Passionsspiele in Oberammergau werden verschoben / © Andreas Stückl ( dpa )

Am Karfreitag sind ab 20.15 Uhr unter dem Stichwort "alpha-retro" vier Dokumentationen aus den Jahren 1959, 1960, 1970 und 1990 im Fernsehsender ARD-alpha zu sehen. Sie beschäftigen sich allesamt mit dem Spiel vom Leiden und Sterben Jesu in dem oberbayerischen Bergdorf.

Der Film "Spielerwahl in Oberammergau" fängt die Stimmung unter den Dorfbewohnern im Spätsommer 1959 ein, die mitfieberten, wer welche Rolle übernehmen würde.

Die ein Jahr später entstandene Reportage, die um 20.35 Uhr startet, berichtet, was rund um das Spiel stattfindet. Dazu gehört ein "Hausfrauenabend" zum Thema "Was koche ich für meine Passionsspielgäste". Außerdem wird ein Blick auf die damalige Aufführung mit der Szene geworfen, in der Jesus die Händler aus dem Tempel vertreibt.

"Die ewige Passion"

In dem Beitrag "Die ewige Passion" um 20.55 Uhr kommt zur Sprache, wie 1970 der Jüdische Weltkongress Einspruch wegen der antisemitischen Inhalte von Teilen des Passionstextes erhob. Der Vatikan forderte damals die Oberammergauer auf, das Spiel grundlegend zu überarbeiten. Doch das geschah nicht, worauf die Kirche den Spielen die sogenannte Missio Canonica entzog.

Erst 1990 war man bereit, den 100 Jahre alten, bisher unveränderten Text doch zu überarbeiten. In der Dokumentation "Jesus oder Jeschua?" diskutieren der seinerzeit jüngste Spielleiter Christian Stückl (28) und sein Dramaturg Otto Huber mit den Religionswissenschaftlern Ruth und Pinchas Lapide. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen für die Passagen des Passionstextes, die den Vorwurf einer negativen Darstellung von Juden auf sich zogen.

Quelle:
KNA