Papstbotschafter in den Niederlanden tritt frühzeitig zurück

Altersgrenze erreicht

Die Botschafter des Vatikans können auf Wunsch schon mit 70 Jahren in den Ruhestand gehen. Von dieser Möglichkeit hat jetzt der Nuntius im niederländischen Den Haag Gebrauch gemacht, nach weniger als einem Jahr im Amt.

Die Flagge des Vatikans / © ChiccoDodiFC (shutterstock)
Die Flagge des Vatikans / © ChiccoDodiFC ( shutterstock )

Papst Leo XIV. hat den Rücktritt des Apostolischen Nuntius in den Niederlanden, Jean-Marie Speich (70), angenommen. Das teilte das vatikanische Presseamt am Samstag mit. Erzbischof Speich war erst seit April 2025 Botschafter des Papstes in Den Haag; wenige Tage vor seinem Tod hatte Papst Franziskus ihn dorthin versetzt.

Vorher Nuntius in Slowenien

Der gebürtige Elsässer Speich war zuvor sechs Jahre lang Nuntius in Slowenien gewesen. In diese Zeit fiel auch die Unterbringung des ehemaligen Jesuitenpaters Marco Rupnik im slowenischen Bistum Koper im Jahr 2023. Gegen den Priester ermittelt der Vatikan seit Jahren wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe auf Ordensschwestern. Laut Medienberichten stimmte Speich damals der Aufnahme Rupniks in den Diözesanklerus von Koper zu, da dieser nicht rechtskräftig verurteilt war.

Als Grund für den nun erfolgten Rücktritt Speichs von seinem Botschafter-Posten in den Niederlanden nannte das Presseamt das Erreichen der Altersgrenze. Anders als Ortsbischöfe können Apostolische Nuntien bereits mit 70 Jahren ihren altersbedingten Rücktritt einreichen.

Vatikandiplomatie

Der Heilige Stuhl unterhält derzeit diplomatische Beziehungen zu 183 Staaten weltweit. Hinzu kommen die EU und der Souveräne Malteserorden. 88 Staaten sowie die EU und der Malteserorden lassen ihre Botschafter beim Heiligen Stuhl in Rom residieren. Ferner sind die Arabische Liga, die Internationale Organisation für Migration und das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR mit eigenen Gesandten beim Vatikan vertreten.

Vatikanflagge zwischen USA-Flaggen / © Michael Reynolds (dpa)
Vatikanflagge zwischen USA-Flaggen / © Michael Reynolds ( dpa )
Quelle:
KNA