Papst trifft Botschafter der Ukraine

Nach russischem Besuch

Papst Franziskus hat am Samstag Kiews Vatikan-Botschafter Andrij Jurasch getroffen. Vor dem Treffen mit dem Ukraine-Vertreter hatte es am Freitag ein Gespräch mit einem hohen Vertreter des Moskauer Patriarchats gegeben.

Papst Franziskus im Gespräch mit Andrij Jurasch, Botschafter der Ukraine beim Heiligen Stuhl, 07.04.2022 / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus im Gespräch mit Andrij Jurasch, Botschafter der Ukraine beim Heiligen Stuhl, 07.04.2022 / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Unklar ist, ob es bei den Gesprächen auch um ein mögliches Zusammentreffen zwischen Franziskus und Kyrill I. im September in Kasachstan ging. Beide haben ihre Teilnahme an dem für den 14./15. September geplanten interreligiösen Kongress in der Hauptstadt Nur-Sultan bestätigt. Planungen für ein Treffen der beiden Kirchenoberhäupter im Juli in Jerusalem waren abgebrochen worden.

Ukraine-Botschafter Jurasch hatte sich Mitte Juli deutlich dazu geäußert: "Wir Diplomaten tun alles, um das Treffen zu verhindern." Es werde weder dem ökumenischen Dialog nützen noch dem Amt des Papstes, so Jurasch weiter; denn es sei "ein Treffen mit dem Anwalt des Teufels".

Ebenfalls im Raum stehen Spekulationen, ob Franziskus vor Kasachstan noch in die Ukraine reist. Der vatikanische Außenbeauftragte, Erzbischof Paul Gallagher, hatte das zuletzt nicht ausgeschlossen. Franziskus selbst hatte bereits mehrfach den Wunsch geäußert, Kiew zu besuchen.

Hintergrund: Patriarch Kyrill I. rechtfertigt Krieg gegen die Ukraine

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. hat den Angriffskrieg gegen die Ukraine bereits mehrfach verteidigt. Er rechtfertigte ihn etwa als "metaphysischen Kampf" im Namen "des Rechts, sich auf der Seite des Lichts zu positionieren, auf Seiten der Wahrheit Gottes, auf Seiten dessen, was uns das Licht Christi, sein Wort, sein Evangelium offenbaren".

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. / © Natalia Gileva (KNA)
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. / © Natalia Gileva ( KNA )

Quelle:
KNA