Papst fordert Schutz und Erhalt der Kindheit

"Gebt der Welt ihre Schönheit zurück"

Kinder können Erwachsenen helfen, die Welt neu zu sehen. Davon ist Leo XIV. überzeugt. In einem Schreiben zum 30-jährigen Bestehen der Kinderbeilage der katholischen italienischen Zeitung "Avvenire" richtet er sich an die Jüngsten.

Papst Leo XIV. begrüßt ein kleines Mädchen bei der Generalaudienz / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. begrüßt ein kleines Mädchen bei der Generalaudienz / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Durch die Ansprache an die Kinder, adressiert Papst Leo XIV. auch Eltern und Lehrkräfte. Inmitten weltweiter Konflikte und einer Zeit "großer Sorge" um die Zukunft der Menschheit brauche es den Blick der Kinder: staunend, vertrauensvoll, frei von Vorurteilen. Sie könnten dazu beitragen, der Welt "ihre Schönheit zurückzugeben".

Leo XIV. nennt in seinem Brief wesentliche Dinge, die es aus der Kindheit zu bewahren gelte: "Vertrauen, die Sprache der Liebe, die entwaffnende Kraft des Lächelns, den Mut, um Verzeihung zu bitten, und die Schönheit, Frieden zu schließen". Diese Haltungen dürften mit dem Älterwerden nicht verloren gehen.

Der Evangeliumsvers "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …" bedeute keinen Rückschritt für Erwachsene, sondern ein Schlüssel zum Wesentlichen. Vielleicht könne sich die Menschheit nur verändern, wenn sie in die "verlorenen Augen der Kinder angesichts der Barbarei des Krieges" schaue.

Kindlicher Blick lässt menschlich bleiben

Eltern und Lehrkräften dankt Leo XIV. für ihren Einsatz. Sie begleiteten Kinder dabei, ihre eigene Schönheit zu entfalten. Zugleich warnt der Papst vor einem entmenschlichten Verständnis von Bildung im digitalen Zeitalter.

Kinder dürften nicht in Chatbots ihre wichtigsten Bezugspersonen oder "das Orakel allen Wissens" sehen. Das schwäche Denken, Kreativität und Beziehungsfähigkeit. Um auch in einer von Technologie geprägten Welt menschlich zu bleiben, "müssen wir uns den kindlichen Blick auf die Wirklichkeit bewahren", so der Papst.

Robert Francis Prevost (Papst Leo XIV.)

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Robert Francis Prevost gilt als ein Kardinal der Mitte. Obwohl US-Amerikaner ist der Ordensmann in Rom, der Kurie und der Weltkirche zu Hause. Zuletzt leitete der 69-Jährige die Vatikanbehörde für Bischöfe, quasi die Personalabteilung der katholischen Weltkirche. In dieser Funktion war Prevost in den vergangenen zwei Jahren zuständig für einen Großteil der Bischofsernennungen weltweit.

Papst Leo XIV / ©  Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV / © Andrew Medichini/AP ( dpa )
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