Papst ruft Pfarrer zu Kreativität und Sorge um die Jugend auf

"Wie brauchen eine klare Richtungsänderung"

Als Bischof von Rom ist der Papst auch Chef von Hunderten Pfarrern und anderen Gemeinde-Seelsorgern. Diese hat er im Vatikan getroffen und ihnen einige ungewöhnliche Ratschläge bis hin zum Appell an eine "Richtungsänderung" mitgegeben.

Papst Leo XIV. nach der Generalaudienz am 4. Februar 2026 in der Audienzhalle im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. nach der Generalaudienz am 4. Februar 2026 in der Audienzhalle im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Mehr Kreativität in der Seelsorge und besondere Aufmerksamkeit für die Probleme junger Menschen hat Papst Leo XIV. den Pfarrern seines Bistums Rom ans Herz gelegt. 

Bei einer Begegnung mit mehreren hundert Geistlichen, die im Hauptstadtbistum mit seinen rund 2,5 Millionen Katholiken arbeiten, sagte der Papst am Donnerstag: "Wir sind nicht passive Erfüllungsgehilfen einer feststehenden Seelsorge, sondern sind dazu aufgerufen, mit Kreativität und Charisma an Gottes Werk mitzuwirken."

Die Kirche müsse anerkennen, dass die Flamme der Verkündigung "nicht immer mit der gleichen Vitalität" brennt und deshalb neu angefacht werden müsse. Er rief die Seelsorger auf, sich weder von den aktuellen kulturellen Veränderungen und der nachlassenden religiösen Praxis noch von der Last der Routine entmutigen zu lassen. 

Die herkömmliche, auf die Spendung der Sakramente ausgerichtete Seelsorge müsse überdacht und verändert werden, erklärte der Papst und betonte: "Hier brauchen wir eine klare Richtungsänderung!"

Eine andere Art der Verkündigung

Gesellschaftliche Veränderungen hätten dazu geführt, dass der Glaube im Umfeld und in vielen Familien kaum noch weitergegeben werde, eine "Erosion der religiösen Praxis" sei die Folge. Eine erneuerte Art der Verkündigung müsse daher im Vordergrund stehen. Die Pfarreien müssten diese ins Zentrum ihrer Aktivitäten stellen, "um den Menschen zu helfen, mit den Zusagen Jesu in Kontakt zu kommen".

Besondere Aufmerksamkeit müssten sie der Jugend widmen. Viele junge Menschen lebten ohne jeden Bezug auf Gott oder die Kirche. Deshalb gelte es, "ihr tiefes existenzielles Unbehagen zu verstehen, ihre Orientierungslosigkeit und ihre vielfältigen Probleme". 

Jugendliche mit Smartphones / © Guitarfoto (shutterstock)
Jugendliche mit Smartphones / © Guitarfoto ( shutterstock )

Dazu zählten auch die Folgen des Online-Konsums und die "Symptome einer besorgniserregenden Aggressivität, die nicht selten in Gewalt mündet". Die Seelsorger müssten den jungen Menschen zuhören, verfügbar sein und ein Stück ihres Lebens teilen.

Mit 335 Pfarreien ist das Bistum Rom nach Mailand das zweitgrößte in Italien. Als Bischof von Rom plant Papst Leo XIV. an den Sonntagen vor Ostern mehrere Pfarreibesuche.

Bistum Rom

Das Bistum Rom nimmt eine Sonderstellung ein: Es ist der Sitz des jeweils amtierenden Papstes, der gleichzeitig immer der Bischof von Rom ist. Ein päpstlicher Vikar, der das Bistum Rom für den Papst verwaltet, ist erstmals unter Innozenz III. 1198 bezeugt. 1558 bestimmte Papst Paul IV., dass der Vikar jeweils ein Kardinal sein muss.

Der Lateranpalast in Rom (Archivbild) / © Gerlinde Pfirsching (KNA)
Der Lateranpalast in Rom (Archivbild) / © Gerlinde Pfirsching ( KNA )
Quelle:
KNA