Papst Leo XIV. will in Barcelona an Gaudís Grab beten

Papstprogramm in Spanien

Der Papstbesuch in Barcelona sorgt schon vorab für Wirbel. Natürlich wegen der spektakulären Basilika Sagrada Família – doch Barcelonas Erzbischof macht dafür auch die Worte von Leo XIV. über Donald Trump verantwortlich.

Blick auf Barcelona mit der Sagrada Familia / © Maryshot (shutterstock)
Blick auf Barcelona mit der Sagrada Familia / © Maryshot ( shutterstock )

Die Reise von Papst Leo XIV. nach Spanien steht in einem Monat an. Das Programm ist umfangreich. Auch in Barcelona freut man sich auf das katholische Oberhaupt, denn der Papst will am 10. Juni in Barcelona den Jesus-Christus-Turm der Sagrada Família weihen und in der Krypta der Basilika am Grab des Architekten Antoni Gaudí beten. Das teilte Barcelonas Erzbischof Juan José Omella am Donnerstag bei der Vorstellung des Papstprogramms in der katalanischen Metropole mit.

Anlass ist neben der Weihe des Turms der 100. Todestag des sogenannten "Architekten Gottes", der am 10. Juni 1926 von einer Straßenbahn überfahren wurde. Gaudís Seligsprechungsprozess ist anhängig; derzeit prüft der Vatikan ein Wunder auf seine Vermittlung hin.

Omella hätte sich nach eigenen Worten gewünscht, dass der laufende Seligsprechungsprozess bereits zur Einweihung des höchsten Kirchturms der Welt abgeschlossen gewesen wäre. "Allein für die Schönheit seines Sühnetempels hätte Gaudí die Erhebung zum Seligen verdient", so Barcelonas Erzbischof, der die Sagrada Família mit einem "Evangelium aus Stein" verglich.

Von Benedikt XVI. 2010 geweiht

Zur Weihe des 172,50 Meter hohen Jesus-Christus-Turms werden laut Omella Zigtausende Menschen erwartet. Riesige Leinwände sollen die Zeremonie aus dem Inneren der von Papst Benedikt XVI. 2010 geweihten Sagrada Família nach außen übertragen. Im Inneren der Kirche finden nur 4.000 Menschen Platz, und die Zahl der Anfragen habe sich im Vergleich zur Weihezeremonie damals fast verdreifacht, teilte der Präsident des Bauausschusses, Esteve Camps, bereits vor einigen Tagen mit.

Papst Benedikt XVI. steht auf der Gangway im Eingang des Flugzeugs und erhebt die Arme zu Abschied am 21. August 2005 auf dem Flughafen in Köln. / © Wolfgang Radtke (KNA)
Papst Benedikt XVI. steht auf der Gangway im Eingang des Flugzeugs und erhebt die Arme zu Abschied am 21. August 2005 auf dem Flughafen in Köln. / © Wolfgang Radtke ( KNA )

Erzbischof Omella machte den Grund für das große Interesse auch an einer weltweit gestiegenen Popularität des Papstes fest. Durch seine klare Kritik an der Politik von US-Präsident Donald Trump und seines Iran-Kriegs genießt Leo XIV. auch in Spanien große Anerkennung und Bewunderung.

Das Erzbistum Barcelona erwartet für die Papstvigil im Olympiastadion bis zu 39.000 Teilnehmer. Insgesamt geht man von mehr als 47.000 Menschen aus, die an den Veranstaltungen mit dem Papst in Barcelona teilnehmen. Leo XIV. besucht Spanien vom 6. bis 12. Juni. Außer Barcelona besucht er auch die Hauptstadt Madrid und die Kanarischen Inseln.

Enge Verbindung von Basilika und Stadt

Zum Jubiläumsjahr der Sagrada Família gibt es auch eine Fotoausstellung, die sich der engen Verbindung zwischen der Basilika und der Stadt widmet. In den Gärten des Palau Robert wurde die Ausstellung "Die Sagrada Família und Barcelona - 144 Jahre auf demselben Weg" eröffnet, wie es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag hieß.

Die Ausstellung lädt demnach die Besucher zu einer visuellen Reise durch historische Fotografien ein: Sie zeige, wie sich Barcelona und die Basilika über die Jahrzehnte hinweg parallel entwickelt haben. Chronologisch würden die wichtigsten Bauetappen der Basilika mit den gesellschaftlichen, städtebaulichen und kulturellen Veränderungen der Stadt verknüpft. Die Ausstellung ist bis 26. Juli in den Gärten des Palau Robert zu sehen; der Eintritt ist frei.

Programm der Papstreise nach Spanien

Sieben Tage lang bereist Papst Leo XIV. im Juni Spanien. Vom 6. bis zum 12. Juni reist er nach Spanien und macht Station in Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa. Das Programm ist eng getaktet, die Themen sind heikel. Schon im Vorfeld sorgt der erste Papstbesuch seit 2011 für Debatten im Land. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert das vom Vatikan veröffentlichte Reiseprogramm in eigener Übersetzung. Alle Zeitangaben sind in Ortszeit (Die Zeit-Verschiebung auf den Kanarischen Inseln zum Festland beträgt eine Stunde).

Blick auf Madrid / © F de Jesus (shutterstock)
Quelle:
KNA