Bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel sagte er am Montag vor Zehntausenden Zuhörern: "Wir sehen heute, dass viele Sehnsüchte der Menschen von Gewalttätern zunichtegemacht, von Tyrannen ausgenutzt und vom Reichtum getäuscht werden. Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt, wird das Brot aller zum Besitz einiger weniger."
Die Botschaft von der Auferstehung Jesu legte der Papst in seiner Predigt auch politisch aus. Sie bedeute: "Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu sterben. Wir sind nicht geboren, um Sklaven zu werden, weder der Verderbnis des Fleisches noch der der Seele: Jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Ausbeutung und Lüge leugnet die Auferstehung Christi, jenes höchste Geschenk unserer Freiheit. Diese Befreiung vom Bösen und vom Tod geschieht nämlich nicht erst am Ende der Tage, sondern im Alltag."
Gegen die Moden der Zeit
Der Papst mahnt, den Weg Jesu zu gehen, auch wenn dieser "nicht immer dem entspricht, was uns dringlich erscheint und auch nicht den Moden der Zeit". Weiter sagte er: "Der Weg, den Gott uns eröffnet hat, verliert sich nicht im Nichts. Der Herr geht immer in unserem Tempo mit, damit wir auf seinem Weg weitergehen können: Christus selbst gibt dem Weg Orientierung und Kraft".
Vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Angola (1975-2002) sagte Leo XIV.: "Wir sind aufgerufen, unserem Volk mit einer Hingabe zu dienen, die nach jedem Hinfallen wiederaufrichtet; die wiederaufbaut, was die Gewalt zerstört, und die mit Freude brüderliche Bande knüpft." Gott sporne an "zu einem Weg von Hoffnung, Versöhnung und Frieden".