Papst Leo XIV. hat Kardinal Dominique Mathieu aus Teheran zu privaten Gesprächen empfangen. Das teilte der Vatikan zunächst ohne weitere Angaben mit. Der Erzbischof von Teheran hatte Anfang der Woche den Iran mit einem Evakuierungsflug der italienischen Regierung verlassen und hält sich derzeit in Rom auf.
Vom Beginn der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe bis vergangenen Donnerstag war der Kontakt zu dem Oberhirten von etwa 1.300 Katholiken im Iran abgerissen.
Der 62-jährige Belgier Mathieu wurde 2021 von Papst Franziskus zum Leiter des Erzbistums Teheran-Isfahan ernannt und 2024 in den Kardinalsrang erhoben. Der Kardinal, der dem franziskanischen Minoritenorden angehört, ist zugleich der einzige Priester seiner Ortskirche. In der islamischen Republik lebten vor dem Krieg laut Schätzungen 20.000 Christen, darunter 3.500 Katholiken, die sich wiederum auf orientalische Kirchen und die sogenannte lateinische Kirche verteilen.
Der Heilige Stuhl ist in Teheran derzeit auch nicht mit einem Nuntius vertreten. Erzbischof Andrzej Józwowicz, der dieses Amt von 2021 bis 2026 innehatte, ist seit 31. Januar 2026 Papstbotschafter in Sri Lanka. Einen Nachfolger im Iran gibt es noch nicht. Der Geschäftsträger der Nuntiatur befindet sich nach Auskunft des vatikanischen Presseamts derzeit zur Berichterstattung in Rom.