Papst Leo XIV. spricht mit US-Außenminister Rubio über Lage in Nahost

Privataudienz im Vatikan

Spannungen kennzeichnen derzeit die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Washington. Mitten hinein fällt ein wohl schon länger geplantes Treffen von Papst Leo XIV. mit US-Außenminister Marco Rubio im Vatikan.

Papst Leo XIV. empfängt Marco Rubio, Außenminister der USA, am 7. Mai 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Marco Rubio, Außenminister der USA, am 7. Mai 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat US-Außenminister Marco Rubio am Donnerstag zu Gesprächen im Vatikan empfangen. Laut US-Außenministerium ging es um die Lage im Nahen Osten sowie "Themen von gemeinsamem Interesse in der westlichen Hemisphäre". 

Im anschließenden Gespräch mit dem päpstlichen Chefdiplomaten, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, und dem Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher, seien explizit die Anstrengungen zur Erreichung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten besprochen worden. Nach Angaben des Heiligen Stuhls fand im Vatikan "ein Meinungsaustausch über die regionale und internationale Lage statt, mit besonderem Augenmerk auf Länder, die von Krieg, politischen Spannungen und schwierigen humanitären Situationen geprägt sind". Weiter habe man "über die Notwendigkeit, unermüdlich für den Frieden zu arbeiten" gesprochen. 

Treffen in schwierigem Umfeld 

Die Begegnung folgte auf eine Reihe von Verbalattacken aus Washington: US-Präsident Donald Trump hatte Leo XIV. wiederholt angegriffen und unter anderem behauptet, der Papst befürworte Atomwaffen im Iran. Der Papst wies die wiederholten Vorwürfe stets zurück und betonte, sein Engagement für Frieden fortsetzen zu wollen - ohne Angst vor der US-Regierung. Rubio hatte vor dem Treffen betont, die Begegnung habe nichts mit den Wortgefechten zwischen Trump und Leo XIV. über den Iran-Krieg zu tun.

Kardinalstaatssekretär Parolin hatte im Vorfeld der Audienz zu verstehen gegeben, man werde "über alles sprechen, was in diesen Tagen geschehen ist". Trumps Angriffe auf den Papst bezeichnete er als "zumindest seltsam". In ihren Mitteilungen betonten Vatikan wie Washington ihre intakten diplomatischen Beziehungen. Laut Vatikan wurde das gemeinsame Engagement für die Pflege guter bilateraler Beziehungen zwischen beiden bekräftigt. Das US-Außenministerium teilte mit: "Das Treffen unterstrich die starken Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Heiligen Stuhl sowie ihr gemeinsames Engagement für die Förderung von Frieden und Menschenwürde." 

Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wurde um 19.20 Uhr aktualisiert.

Audienz

Eine Audienz (aus dem Lateinischen audire; hören, anhören) ist ein Treffen mit einer höhergestellten Person, üblicherweise mit Monarchen oder im Vatikan mit dem Papst. Es gibt Privataudienzen für einzelne Personen, teils in Begleitung, oder Audienzen für größere Personengruppen.

Päpste empfangen sowohl in Privataudienz, etwa Staatsoberhäupter oder Regierungschefs, oder in größerer Audienz. Hierunter fallen etwa Begegnungen mit Gruppen oder Verbänden. Die Privataudienzen finden im Regelfall im Apostolischen Palast statt. Franziskus empfing aber auch im Gästehaus Santa Marta.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA