Papst Leo XIV. setzt in Afrika seine Friedenspredigten fort

"Immer gemeinsam"

Seit US-Präsident Donald Trump die Worte des Papstes gegen den Krieg scharf kritisiert hat, sind dessen Friedenspredigten populärer denn je. Das gilt auch für seine leidenschaftlichen Ansprachen in Kamerun.

Ein Poster vor der Kathedrale Sankt Joseph heißt Papst Leo XIV. zu einem interreligiösen Friedenstreffen willkommen, am 16. April 2026 in Bamenda (Kamerun) / © Lola Gomez/CNS photo (KNA)
Ein Poster vor der Kathedrale Sankt Joseph heißt Papst Leo XIV. zu einem interreligiösen Friedenstreffen willkommen, am 16. April 2026 in Bamenda (Kamerun) / © Lola Gomez/CNS photo ( KNA )

Mit scharfen Anklagen gegen die Kriegsherren der Welt hat Papst Leo XIV. seine Afrika-Reise fortgesetzt. In Kameruns seit Jahren von gewaltsamen Konflikten heimgesuchter Region Nordwest sagte der Papst am Donnerstag: "Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!"

Der Papst sprach bei einem interreligiösen Friedenstreffen in der Regionalhauptstadt Bamenda, die seit 2016 immer wieder Schauplatz blutiger ethnischer und regionaler Konflikte war. Nach UN-Angaben kamen dabei Tausende Menschen ums Leben.

Blutiger Kampf der Separatisten

Bei dem Konflikt geht es vor allem um separatistische Absetzungsbewegungen der englischsprachigen Provinzen von dem überwiegend französischsprachigen Kamerun. Für die Dauer des Papstbesuchs in Kamerun hatten die Separatisten eine mehrtägige Waffenruhe verkündet. Bei dem Friedenstreffen sprachen außer dem Papst auch ein traditioneller Stammesführer sowie Vertreter des Islam und anderer Konfessionen.

Der Papst dankte in seiner auf Englisch vorgetragenen Rede den lokalen religiösen Führern für ihre Friedensbemühungen und ihre Versuche, zwischen den gegnerischen Parteien zu vermitteln. Ausdrücklich dankte er jenen Frauen, die sich um die Opfer von Gewalt kümmern.

Scharfe Worte und viel Applaus

Scharfe Worte richtete der Papst in seiner mehrfach von Applaus unterbrochenen Rede an die Kriegsparteien. "Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören; dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen", sagte er. "Sie tun so, als sähen sie nicht, dass Milliarden Dollars verbraucht werden, um zu töten und zu verwüsten, dass man jedoch nicht die Mittel findet, um zu heilen, zu erziehen und wiederaufzurichten."

Kamerun, Bamenda: Papst Leo XIV. (M) lässt neben dem Erzbischof von Bamenda, Andrew Nkea Fuanya (M links), am Ende eines Friedenstreffens in der Kathedrale St. Joseph mit der örtlichen Gemeinde weißen Tauben fliegen / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Kamerun, Bamenda: Papst Leo XIV. (M) lässt neben dem Erzbischof von Bamenda, Andrew Nkea Fuanya (M links), am Ende eines Friedenstreffens in der Kathedrale St. Joseph mit der örtlichen Gemeinde weißen Tauben fliegen / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

Weiter erklärte Leo XIV.: "Wer euer Land seiner Ressourcen beraubt, investiert in der Regel einen Großteil der Gewinne in Waffen, in eine Spirale von Destabilisierung und endlosem Sterben. Es ist eine verkehrte Welt, ein Zerrbild der Schöpfung Gottes." Jeder aufrichtige Mensch müsse dies anprangern. "Die Welt wird von wenigen Herrschenden zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten!"

Unter Verweis auf Worte seines Vorgängers Franziskus (2013-2025) betonte der Papst: "Wir sind eine einzige Familie und bewohnen dasselbe Haus, diesen wunderbaren Planeten, um den sich die alten Kulturen über Jahrtausende gekümmert haben." Leo endete mit den Worten: "Wir wollen Gott danken, dass diese Krise nicht zu einem Religionskrieg ausgeartet ist und dass wir weiter danach streben, einander zu lieben! Machen wir unermüdlich und mutig weiter - und vor allem gemeinsam, immer gemeinsam!"

Live: Papst Leo XIV. in Afrika

Am 13. April beginnt Leo XIV. seine bisher längste Auslandsreise als Papst und besucht vier Länder in zehn Tagen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. DOMRADIO.DE überträgt alle wichtigen Stationen live in Kooperation und mit deutschem Kommentar von Vatican News.

Montag, 13. April

Rom – Algier

Quelle:
KNA