Nach Kritik am Papst aus dem Weißen Haus haben die US-Bischöfe die Autorität des katholischen Kirchenoberhaupts betont. Der Vorsitzende der Glaubenskommission der Bischofskonferenz, Weihbischof James Massa, wies am Mittwoch Vorwürfe von US-Vizepräsident JD Vance zurück. Vance, selbst Katholik, hatte Leo XIV. aufgefordert, sich nicht theologisch in die US-Politik einzumischen und sich stärker auf "moralische Fragen" zu konzentrieren.
"Wenn Papst Leo XIV. als oberster Hirte der Weltkirche spricht, äußert er nicht bloß Meinungen über Theologie, sondern verkündet das Evangelium und übt seinen Dienst als Stellvertreter Christi aus", schreibt Massa in einer Stellungnahme.
Tradition der Kirche
Der Bischof verweist auf die über tausendjährige Tradition der kirchlichen Lehre vom gerechten Krieg. Demnach, so Massa, dürfe ein Staat nur dann zu den Waffen greifen, wenn alle Friedensbemühungen gescheitert seien und es sich um Verteidigung handele. In diesem Sinn habe sich auch der Papst am Palmsonntag mit seinem Statement geäußert: "Gott hört nicht auf die Gebete derer, die Krieg führen".
Zugleich bekräftigte Massa die Grundlinie der Kirche: Alle Menschen guten Willens seien aufgerufen, für einen dauerhaften Frieden zu beten und daran zu arbeiten, die Übel und Ungerechtigkeiten zu vermeiden, die mit jedem Krieg einhergehen.