Papst Leo XIV. hat sich ausführlich über seine Erwartungen an das Leben nach dem Tod geäußert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz erklärte der Papst am Sonntag, dass im ewigen Leben vieles ganz anders sein werde als in der irdischen Existenz.
Er führte aus: "In der alten Welt, in der wir weiterhin unterwegs sind, ziehen exklusive Orte die Aufmerksamkeit auf sich, Erlebnisse, die nur einigen wenigen offenstehen, privilegierter Zutritt zu Orten, die niemand sonst betreten darf. In der neuen Welt hingegen, in die uns der Auferstandene führt, ist das, was am meisten zählt, für alle zugänglich."
"Im Tod geht niemand verloren"
Die Verhältnisse im Leben nach dem Tod umschrieb Leo XIV. mit den Worten: "Was nun allen offensteht, schenkt Freude; Dankbarkeit tritt an die Stelle von Konkurrenz; Annahme löst Ausgrenzung ab; Überfluss geht nicht mehr mit Ungleichheit einher. Vor allem wird niemand mit jemand anderem verwechselt, keiner ist verloren. Mit dem Tod drohen der Name und die Erinnerung zu verschwinden, doch in Gott ist jeder endlich er selbst."
Das sei "in Wahrheit der Ort, den wir unser ganzes Leben lang suchen", so der Papst. Und weiter: "Der Glaube befreit unser Herz von dem rastlosen Streben nach Besitz und Erfolg, von diesem Irrglauben, man müsse nach einer angesehenen Position streben, um etwas zu gelten. Jeder hat in Gottes Geheimnis, das die wahre Wirklichkeit ist, bereits unendlichen Wert."
Jenseitsglaube mit irdischen Folgen
Abschließend betonte der Papst, dass dies auch schon im irdischen Leben der Christen spürbare Konsequenzen habe, und sagte: "Indem wir einander so lieben, wie Jesus uns geliebt hat, schenken wir uns gegenseitig dieses Bewusstsein. Das ist das neue Gebot, dass wir so schon jetzt den Himmel auf Erden leben und allen offenbaren, dass Geschwisterlichkeit und Frieden unsere Bestimmung sind."