Papst Leo XIV. ruft zum Gebet und Weltverbesserung auf

Besuch am Marienheiligtum in Muxima

Die kleine Kirche von Muxima am Fluss Kwanza in Angola ist ein altes Erbe der portugiesischen Kolonialherren. Seit 200 Jahren pilgern viele Menschen dorthin. Auch Papst Leo XIV. war nun da und betete dort gemeinsam mit den Menschen.

Papst Leo XIV. betet den Rosenkranz im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Muxima, am 19. April 2026 in Muxima (Angola). Links neben ihm steht Emílio Sumbelelo, Bischof von Viana (Angola) / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. betet den Rosenkranz im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Muxima, am 19. April 2026 in Muxima (Angola). Links neben ihm steht Emílio Sumbelelo, Bischof von Viana (Angola) / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat das Marienheiligtum von Muxima unweit der angolanischen Hauptstadt Luanda besucht. Nach einem kurzen Helikopterflug landete er am Sonntagnachmittag an dem Ort. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Kirche wurde in der portugiesischen Kolonialzeit gebaut.

Papst Leo XIV. verneigt sich vor einer Marienstatue im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Muxima, am 19. April 2026 in Muxima (Angola) / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. verneigt sich vor einer Marienstatue im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Muxima, am 19. April 2026 in Muxima (Angola) / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der Ort spielte einst als Umschlagplatz im Sklavenhandel Richtung Brasilien eine wichtige Rolle. Viele Sklaven wurden dort vor ihrer Überfahrt nach Amerika getauft. Seit etwa 200 Jahren ist die Kirche Zentrum einer besonderen Marienfrömmigkeit. Der Sklavenhandel aus Angola endete erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Papst spricht von schmerzlichen Zeiten

Nach einem Rosenkranzgebet mit rund 30.000 begeisterten Zuhörern sprach der Papst davon, dass dort "seit Jahrhunderten so viele Männer und Frauen gebetet haben, in freudigen Momenten, aber auch in traurigen und sehr schmerzlichen Zeiten der Geschichte dieses Landes". Die Gläubigen, mit denen er betete, rief Leo XIV. auf, aus ihrer Marienfrömmigkeit auch Taten der Nächstenliebe folgen zu lassen. Er sagte: "Das Rosenkranzgebet verpflichtet uns dazu, jeden Menschen mit mütterlichem Herzen zu lieben – konkret und großherzig – und uns für das Wohl der anderen einzusetzen, insbesondere für das der Ärmsten."

Papst Leo XIV. betet den Rosenkranz vor einer Marienstatue im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Muxima, am 19. April 2026 in Muxima (Angola) / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. betet den Rosenkranz vor einer Marienstatue im Marienheiligtum Unserer Lieben Frau von Muxima, am 19. April 2026 in Muxima (Angola) / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Sie sollten sich "unermüdlich dafür einsetzen, dass es niemandem an Liebe mangelt und damit auch nicht an dem, was notwendig ist, um in Würde zu leben und glücklich zu sein: damit die Hungrigen zu essen haben, damit alle Kranken die notwendige Pflege erhalten, damit den Kindern eine angemessene Bildung garantiert wird, damit die Älteren ihre Jahre in Ruhe genießen können".

Bauprojekt für große Marienkirche

Wie Maria sollten auch Christen sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Mit wenigen Worten würdigte der Papst auch das Bauprojekt für die Errichtung eines neuen, sehr viel größeren Marienheiligtums vor Ort. Dieses sei ein Sinnbild für ein anderes großes Projekt, erklärte er: "Das einer besseren, gastfreundlichen Welt, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt, und in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen, Strukturen und Programme zum Wohl aller immer mehr inspirieren und prägen. Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg!" 

Das Projekt zum Bau einer größeren Marienkirche neben der historischen Kapelle von Muxima geht auf das Jahr 1992 zurück, als Papst Johannes Paul II. den Ort besuchte. Die neue Kirche soll Platz für fast 5.000 Menschen bieten, die Vollendung des Baus wird im kommenden Jahr erwartet.

Live: Papst Leo XIV. in Afrika

Am 13. April beginnt Leo XIV. seine bisher längste Auslandsreise als Papst und besucht vier Länder in zehn Tagen: Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. DOMRADIO.DE überträgt alle wichtigen Stationen live in Kooperation und mit deutschem Kommentar von Vatican News.

Montag, 13. April

Rom – Algier

Quelle:
KNA