Papst Leo hat zum sorgfältigen Umgang mit Kommunikation aufgerufen – mit Gott und den Menschen. "Worte besitzen eine offenbarende Dimension, die eine Beziehung zu anderen schafft", sagte er am Mittwoch im Vatikan.
Dagegen sei oberflächliches "Geschwätz" nicht förderlich für die Gemeinschaft. Das gelte auch für den Dialog mit Gott, den die Menschen im Gebet pflegen sollten. "Indem Gott zu uns spricht, offenbart er sich uns als Verbündeter, der uns zur Freundschaft mit ihm einlädt."
Leo XIV. äußerte sich bei der Generalaudienz vor Tausenden Menschen in der Vatikanischen Audienzhalle. Aufgrund des für römische Verhältnisse kühlen Wetters war die Audienz vom Petersplatz dorthin verlegt worden. Der Papst zeigte sich leicht erkältet, sprach mit belegter Stimme und hustete gelegentlich.
Liebe ist die einzige Bedingung für den Bund mit Gott
Thema seiner Ausführungen bei den wöchentlichen Generalaudienzen sind seit Jahresbeginn Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). An diesem Mittwoch ging es um die Dogmatische Konstitution "Dei Verbum" über die göttliche Offenbarung. Das Lehrdokument, das am 18. November 1965 verkündet wurde, sei "eines der schönsten und wichtigsten Dokumente des Konzils", betonte Leo.
Es erinnere an einen grundlegenden Punkt des christlichen Glaubens: Durch Jesus Christus sei die Beziehung des Menschen zu Gott zur Freundschaft geworden. "Die einzige Bedingung des neuen Bundes ist daher die Liebe", so der Papst. "Wir sind Gott nicht gleich, aber Gott selbst macht uns in seinem Sohn ihm ähnlich."
"Austausch wahrer Worte"
Auch Gottes Freundschaft ertrage kein Schweigen, sondern lebe "vom Austausch wahrer Worte", unterstrich Leo. "Aus dieser Perspektive ist die erste Fähigkeit, die es zu pflegen gilt, das Zuhören, damit das göttliche Wort in unseren Verstand und unser Herz eindringen kann." Zugleich seien die Menschen aufgerufen, "mit Gott zu sprechen, nicht um ihm mitzuteilen, was er bereits weiß, sondern um uns selbst zu offenbaren".
Dies geschehe vor allem im gemeinschaftlichen Gebet im Gottesdienst, wo Gott selbst durch die Kirche zu den Menschen spreche, sowie im persönlichen Gebet im Herzen und im Verstand. "Im Alltag und in der Woche eines Christen darf es nicht an Zeit für Gebet, Meditation und Besinnung mangeln", betonte Leo XIV. "Nur wenn wir mit Gott sprechen, können wir auch über ihn sprechen." Wer dieses Angebot annehme, werde erkennen, "dass die Freundschaft mit Gott unser Heil ist", sagte der Papst.