Papst Leo wäscht in der Lateranbasilika Priestern die Füße

Erster Gründonnerstag mit Papst Leo XIV.

Der neue Pontifex feiert seine erste Gründonnerstagsmesse als Oberhaupt der katholischen Kirche. Dabei wäscht und küsst Papst Leo XIV. die Füße von zwölf römischen Priestern. Damit kehrt er zu einigen Traditionen zurück.

Papst Leo XIV. wäscht und küsst die Füße von 12 römischen Priestern während der Missa in Coena Domini, der Messe des Abendmahls, am katholischen Gründonnerstag in der Lateranbasilika in Rom.  / © Andrew Medichini/AP/dpa (dpa)
Papst Leo XIV. wäscht und küsst die Füße von 12 römischen Priestern während der Missa in Coena Domini, der Messe des Abendmahls, am katholischen Gründonnerstag in der Lateranbasilika in Rom. / © Andrew Medichini/AP/dpa ( dpa )

Papst Leo XIV. hat zwölf römischen Priestern die Füße gewaschen. Den traditionellen Ritus vollzog der Papst während der Heiligen Messe am Donnerstagabend in der Lateranbasilika in Rom. "Lasst uns angesichts einer Menschheit, die aufgrund vieler Arten von Brutalität in die Knie gezwungen ist, auch selbst niederknien als Brüder und Schwestern der Bedrückten", sagte das Kirchenoberhaupt zuvor in seiner Predigt.

Die Geste der Fußwaschung an Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl, vor dem laut biblischen Berichten Jesus den Jüngern die Füße gewaschen hat. Mit seiner Geste reinige Jesus nicht nur "unser Gottesbild von der Idolatrie und den Lästerungen, die es beschmutzt haben", sagte Leo über den Ritus. Er reinige auch "unser Bild vom Menschen, der sich mächtig wähnt, wenn er herrscht, der siegen will, indem er seinesgleichen tötet, der sich für groß hält, wenn er gefürchtet wird."

Abkehr von Franziskus 

Elf der Priester, denen er die Füße wusch und küsste, hatte Leo im vergangenen Jahr selbst geweiht. Damit kehrte Leo an seinem ersten Osterfest als Papst zu einer früheren Auslegung des Brauchs zurück.

Papst Leo XIV. trifft am katholischen Gründonnerstag in der Lateranbasilika in Rom ein, um der Missa in Coena Domini, der Messe des Abendmahls, vorzustehen. / © Andrew Medichini/AP/dpa (dpa)
Papst Leo XIV. trifft am katholischen Gründonnerstag in der Lateranbasilika in Rom ein, um der Missa in Coena Domini, der Messe des Abendmahls, vorzustehen. / © Andrew Medichini/AP/dpa ( dpa )

Sein Vorgänger Franziskus, der am Ostermontag des vergangenen Jahres im Alter von 88 Jahren verstarb, hatte die Waschung nicht wie bis zu seinem Pontifikat (2013-2025) üblich an Priestern vollzogen, sondern an Migranten und Strafgefangenen, darunter auch Frauen. 

Papst will Kreuz selbst tragen

Am Karfreitag beim Kreuzweg am Kolosseum in Rom will Leo das Kreuz an allen 14 Stationen selbst tragen - ein Novum. Der Papst sei "ein geistlicher Führer in der heutigen Welt, eine Stimme, die sagt, dass Christus auch heute noch leidet. Und auch ich trage all dieses Leid in meinen Gebeten mit", sagte Leo zu diesem unüblichen Vorhaben. 

Papst Leo XIV. zelebriert am Gründonnerstag in der Lateranbasilika in Rom die Missa in Coena Domini, die Messe vom Letzten Abendmahl. / © Andrew Medichini/AP/dpa (dpa)
Papst Leo XIV. zelebriert am Gründonnerstag in der Lateranbasilika in Rom die Missa in Coena Domini, die Messe vom Letzten Abendmahl. / © Andrew Medichini/AP/dpa ( dpa )

Die Texte für die Meditationen über den Leidensweg Jesu hat der italienische Pater Francesco Patton verfasst. Der Inhalt wird nach Vatikanangaben an Karfreitag gegen Mittag veröffentlicht. Patton war von 2016 bis 2025 Kustos des Heiligen Landes und lebt aktuell in Jordanien. 

Am Karfreitag wurde Jesus zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Der Kreuzweg zeichnet die letzten Stationen seines Leidenswegs nach. An Ostern wird dann seine Auferstehung gefeiert.

"Urbi et Orbi" an Ostern erstmals von Papst Leo XIV.

Der erste US-Amerikaner als Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken wird am Sonntag vor zehntausenden Gläubigen zum ersten Mal an Ostern den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") spenden. 

Gründonnerstag

Am Gründonnerstag, dem Donnerstag vor Ostern, erinnert die Kirche an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der Volksbrauch will, dass "grüne Speisen" wie Spinat oder Brunnenkresse auf dem Tisch stehen. Allerdings verdankt der Tag seinen Namen offenbar nicht der Farbe, sondern dem althochdeutschen Wort "grunen" oder "greinen" für "weinen": Gründonnerstag als Tag der "Greinenden", der Weinenden, der Büßer.

Papst Franziskus feiert Messe zum Gründonnerstag im Vatikan / © Andrew Medichini (dpa)
Papst Franziskus feiert Messe zum Gründonnerstag im Vatikan / © Andrew Medichini ( dpa )
Quelle:
dpa , epd