Papst Leo feiert Karfreitag am Kolosseum mit bewegendem Kreuzweg

Zeichen für Frieden

Eines der stimmungsvollsten Ereignisse der Heiligen Woche in Rom ist der Kreuzzug entlang des Kolosseums. Für Leo XIV. war es das erste Mal. Begleitet wurde er von Bibeltexten und Auszügen des heiligen Franz von Assisi.

Menschen warten vor dem Kolosseum auf die "Via Crucis", den katholischen Karfreitags-Kreuzweg mit Fackeln, an dem auch Papst Leo XIV. teilnimmt und der symbolisch die Schritte Jesu Christi bis zu seiner Kreuzigung auf dem Kalvarienberg in Jerusalem nachzeichnet. / © Alessandra Tarantino/AP/dpa (dpa)
Menschen warten vor dem Kolosseum auf die "Via Crucis", den katholischen Karfreitags-Kreuzweg mit Fackeln, an dem auch Papst Leo XIV. teilnimmt und der symbolisch die Schritte Jesu Christi bis zu seiner Kreuzigung auf dem Kalvarienberg in Jerusalem nachzeichnet. / © Alessandra Tarantino/AP/dpa ( dpa )

Papst Leo XIV. ist am Karfreitag zum ersten Mal den traditionellen Kreuzweg am römischen Kolosseum gegangen. Der 70-Jährige trug schweigend das schlichte Kreuz durch das mit Fackeln erleuchtete Amphitheater. Tausende Menschen waren seit dem Nachmittag auf den Platz am Forum Romanum geströmt, um an dem stimmungsvollen Ereignis teilzunehmen. Sie waren das Publikum für die mitunter sehr politischen Mediationstexte, die über die 14 Kreuzwegstationen gesprochen wurden.

Gläubige nehmen mit Fackeln am Kolosseum an der "Via Crucis" teil, dem von Papst Leo XIV. angeführten Karfreitags-Kreuzweg. Der Kreuzweg zeichnet symbolisch die Schritte von Jesus Christus bis zu seiner Kreuzigung auf dem Kalvarienberg in Jerusalem nach. / © Gregorio Borgia/AP/dpa (dpa)
Gläubige nehmen mit Fackeln am Kolosseum an der "Via Crucis" teil, dem von Papst Leo XIV. angeführten Karfreitags-Kreuzweg. Der Kreuzweg zeichnet symbolisch die Schritte von Jesus Christus bis zu seiner Kreuzigung auf dem Kalvarienberg in Jerusalem nach. / © Gregorio Borgia/AP/dpa ( dpa )

Verfasst hatte sie in diesem Jahr der Franziskaner Francesco Patton, der lange eine kirchliche Führungsposition im Nahen Osten innehatte. Er ergänzte die Bibeltexte zum Leiden und Sterben Jesu mit Auszügen aus den Schriften seines Ordensgründers, des heiligen Franz von Assisi. Bei den Meditationen stand das menschliche Leid im Mittelpunkt und wurde von Forderungen nach mehr Respekt vor der Menschenwürde ergänzt.

"In Kriegsgebieten niedergemetzelt"

In den Texten wurde erinnert an Menschen, "die etwa während einer Demonstration abgeführt und inhaftiert werden, die deportiert werden aufgrund einer Politik, die kein Mitleid kennt, die auf verzweifelten Reisen der Hoffnung Schiffbruch erleiden, die in Kriegsgebieten niedergemetzelt werden, die in Vernichtungslagern ausgelöscht werden".

Papst Leo XIV. hat am Ende der "Via Crucis", dem katholischen Karfreitags-Kreuzweg, zu den Gläubigen gesprochen. / © Alessandra Tarantino/AP/dpa (dpa)
Papst Leo XIV. hat am Ende der "Via Crucis", dem katholischen Karfreitags-Kreuzweg, zu den Gläubigen gesprochen. / © Alessandra Tarantino/AP/dpa ( dpa )

Sie klagten die Verwüstung der Kriege an, Massaker und Völkermorde, den Zynismus herrischer Menschen und Gleichgültigkeit. Ebenfalls verurteilten sie Missbrauch, Mord, Folter, Vertreibung, Menschenhandel und Armut. Enthalten waren Appelle für mehr Respekt, Mitleid, Mitgefühl, ein neues Gefühl für Scham, und die Kraft, die Würde jedes Menschen zu verteidigen.

Weg zum Frieden suchen

"Auch ich trage all dieses Leid im Gebet und möchte alle Menschen guten Willens einladen, gemeinsam diesen Weg zu gehen und zu suchen, wie auch wir Friedensbotschafter sein können", so hatte der Papst zuvor seine Entscheidung begründet, das Kreuz selbst zu tragen.

Papst Leo XIV. (unten) trägt im Kolosseum ein leichtes, 1,5 Meter hohes Holzkreuz während der Karfreitagsprozession. / © Alessandra Tarantino/AP/dpa (dpa)
Papst Leo XIV. (unten) trägt im Kolosseum ein leichtes, 1,5 Meter hohes Holzkreuz während der Karfreitagsprozession. / © Alessandra Tarantino/AP/dpa ( dpa )

Sein Vorgänger Franziskus (2013-2025) hatte den Kreuzweg zumeist von einem Platz gegenüber dem Kolosseum verfolgt, im Jahr 2022 zum letzten Mal. 2025 nahm er aufgrund einer schweren Lungenerkrankung nicht teil. Am Ostermontag (21. April), drei Tage später, starb er mit 88 Jahren im Vatikan.

Quelle:
KNA