Papst für mehr Forschung zu regenerativer Medizin

"Gegen Vorurteile"

Papst Franziskus hat zu mehr Anstrengungen auf dem Feld der regenerativen Medizin aufgerufen. Diese befasst sich mit Heilungsmethoden mithilfe erneuerter Zellen und Gewebe. Gleichzeitig mahnte er die Grenzen der Genmanipulation an.

Qualifizierte medizinische Versorgung für die Ärmsten / © Rolf Vennerbernd (dpa)
Qualifizierte medizinische Versorgung für die Ärmsten / © Rolf Vennerbernd ( dpa )

Es brauche neue Synergien in der Forschung, zugunsten der Kranken und auch "gegen Vorurteile", sagte der Papst am Samstag vor Teilnehmern einer internationalen Fachtagung im Vatikan. Franziskus betonte eine allgemeine Pflicht zur Vorsorge; diese dürfe nicht auf Sozialeinrichtungen und Regierungen abgewälzt werden.

Zugleich würdigte er die Erforschung und Verbreitung neuer Therapien besonders auf dem Feld seltener Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten und neurodegenerativer Leiden. Mit steigendem Forschungsaufwand müsse es auch um mehr und individuelle Heilungsmöglichkeiten gehen.

"Ethisches Verantwortungsbewusstsein"

Papst Franziskus mahnte auch die Grenzen der Gentechnik an. Die Kirche begrüße jede Forschung und Anwendung zugunsten leidender Menschen; Grundsatz sei aber auch, dass "nicht alles, was technisch möglich oder machbar ist, deswegen auch ethisch annehmbar ist", sagte er. Wo es um gezielte Eingriffe in die DNA gehe, brauche es mehr "ethisches Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Menschheit und der Umwelt", so das Kirchenoberhaupt.

Wie jede andere menschliche Tätigkeit müsse die Wissenschaft ihre Grenzen kennen, erklärte Franziskus. Dies sei um der Menschheit selbst willen nötig und verlange einen Sinn für ethische Verantwortung.

"Unite To Cure"

Der Papst äußerte sich zum Abschluss einer dreitägigen internationalen Konferenz zu regenerativer Medizinforschung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Tagung wurde zum vierten Mal vom Päpstlichen Kulturrat veranstaltet. Das aktuelle Treffen stand unter dem Thema "Unite To Cure – A Global Health Care Initiative".

An der Konferenz mit Experten aus Gesundheit, Forschung, Medien und Unterhaltung nahmen auch die US-Sängerin Katy Perry und der britische Schauspieler Orlando Bloom teil, wie die Zeitung "Daily Mail" (Online-Ausgabe Samstag) berichtet. Dabei seien die beiden Künstler dem Papst vorgestellt worden.

Quelle:
KNA
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