Papst Franziskus nennt die Namen der 21 neuen Kardinäle

Ernennung am 30. September

Papst Franziskus hat die Ernennung von 21 neuen Kardinälen aus großen Teilen der Weltkirche angekündigt. Dazu gehören der neue Glaubenspräfekt, Victor Fernandez, sowie der lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa.

Papst Franziskus spricht am Fenster des Apostolischen Palastes beim Angelus-Gebet am 2. Juli 2023 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus spricht am Fenster des Apostolischen Palastes beim Angelus-Gebet am 2. Juli 2023 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Von den 21 Kardinalsanwärtern sind 18 jünger als 80 und somit berechtigt, bei der Papstwahl mitzuwirken. Das Konsistorium zur Ernennung soll am 30. September abgehalten werden.

Vatikanische Diplomaten und Behörden-Chefs

Erzbischof Emil Paul Tscherrig, Apostolischer Nuntius in San Marino, am 12. November 2018 im Vatikan. / © Romano Siciliani (KNA)
Erzbischof Emil Paul Tscherrig, Apostolischer Nuntius in San Marino, am 12. November 2018 im Vatikan. / © Romano Siciliani ( KNA )

Unter den künftigen Kardinälen sind drei Chefs von wichtigen Behörden im Vatikan: Der Leiter der Behörde, die für die Ernennung neuer Bischöfe zuständig ist, Robert Prevost, der Leiter der Behörde für die mit Rom verbundenen Ostkirchen, Claudio Gugerotti, und der künftige Chef der Glaubensbehörde, Victor Fernandez.

Zwei der künftigen Kardinäle kommen aus dem Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls: der Schweizer Emil Tscherrig, derzeit Nuntius des Papstes bei der Italienischen Republik, und Christophe Pierre, Nuntius in den USA

Leiter von Ortskirchen bilden größte Gruppe

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (m.), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, und die frisch geweihten Priester Michael Munther Althibam (l.) und Yazan Fareed Bader (r.) bei ihrer Priesterweihe in der Kirche des Guten Hirten am 12. Januar 2023 in Amman, Jordanien. / © Andrea Krogmann (KNA)
Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (m.), Lateinischer Patriarch von Jerusalem, und die frisch geweihten Priester Michael Munther Althibam (l.) und Yazan Fareed Bader (r.) bei ihrer Priesterweihe in der Kirche des Guten Hirten am 12. Januar 2023 in Amman, Jordanien. / © Andrea Krogmann ( KNA )

Die größte Gruppe der neuen Kardinäle bilden die Leiter von Ortskirchen in unterschiedlichen Ländern und Erdteilen. Einer der bekanntesten unter ihnen ist Pierbattista Pizzaballa, als Lateinischer Patriarch von Jerusalem einer der höchstrangigen Vertreter der katholischen Kirche im Nahen Osten.

Vier der künftigen Kardinäle arbeiten in der Leitung von Diözesen in Europa: Grzegorz Ryś, Erzbischof von Łódź, Jose Cobo Cano, Erzbischof von Madrid, Francois-Xavier Bustillo, Bischof von Ajaccio (Korsika) und Americo Alves Aguiar, Weihbischof in Lissabon.

Auch Afrika, Asien und Lateinamerika vertreten

Afrika ist mit dem Erzbischof von Kapstadt, Stephen Brislin, dem Erzbischof von Juba, Stephen Mulla, und dem künftigen Erzbischof von Tabora (Tansania), Protase Rugambwa, vertreten.

Ernannter Bischof Stephen Chow-Sau-yan (Jesuiten Weltweit)

Zwei Erzbischöfe aus Lateinamerika werden zu Kardinälen ernannt: Angel Rossi (Cordoba/Argentinien) und Luis Rueda (Bogota).

Aus Asien werden der Bischof von Hongkong, Stephen Chow Sau-Yan, und der Bischof von Penang in Malaysia, Sebastian Francis, ins Kardinalskollegium aufgenommen.

Künftiger Kardinal ohne Bischofsweihe und "Beichtvater des Papstes"

Schließlich kündigte der Papst an, dass er auch den Ordensoberen der Salesianer Don Boscos, den Spanier Angel Fernandez Artime (60), zum Kardinal ernennen will. Er ist der einzige unter den neu ernannten Papstwählern, der noch nicht die Bischofsweihe hat.

Erzbischof Diego Padron (Adveniat)
Erzbischof Diego Padron / ( Adveniat )

Die drei aus Altersgründen nicht stimmberechtigten neuen Kardinäle sind: Der pensionierte Vatikandiplomat und langjährige Sekretär im Päpstlichen Migrantenrat, Agostino Marchetto (82), Diego Rafael Padron (84), Alt-Erzbischof von Cumana in Venezuela, und der Kapuzinerpater Luis Pascual Dri (96).

Er ist seit Jahrzehnten als Beichtvater in einem Marienheiligtum in Buenos Aires im Einsatz und wurde in argentinischen Medien als "Beichtvater des Papstes" bezeichnet.

Herkunftsvielfalt verdeutlicht Universalität

Die Vielfalt der Herkünfte der neuen Kardinäle, so Papst Franziskus laut "Vatican News", drücke die Universalität der der Kirche aus, die fortsetze, die gnädige Liebe Gottes allen Menschen auf der Welt zu verkünden.

Zusätzlich offenbare die Einsetzung der Kardinäle in der Diözese Rom das untrennbare Band zwischen dem Heiligen Stuhl und den in der Welt verteilten Ortskirchen.

Kardinäle

Ein Kardinal ist der höchste katholische Würdenträger nach dem Papst. Das Wort "Kardinal" leitet sich vom lateinischen Wort "cardo" (Türangel) ab. Das Kardinalskollegium ist das wichtigste Beratergremium des Papstes. Zudem hat es die Aufgabe, für die Papstwahl zu sorgen. Dafür ist eine Richtgröße von 120 Papstwählern vorgesehen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen; derzeit gehören dem Kollegium 121 wahlberechtigte und 101 nicht wahlberechtigte Kardinäle an. Der Papst bestimmt die Kardinäle frei.

Pileoli in rot, schwarz und violett liegen am 23. Januar 2018 in einem Paramentengeschäft in Köln auf einem Tisch / © Harald Oppitz (KNA)
Pileoli in rot, schwarz und violett liegen am 23. Januar 2018 in einem Paramentengeschäft in Köln auf einem Tisch / © Harald Oppitz ( KNA )
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