Papst Franziskus betet in Fatima für den Weltfrieden

"Pilger des Friedens" auf Reise

Zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs in Fatima hat der Papst in dem portugiesischen Wallfahrtsort für den Weltfrieden gebetet. Als "Pilger des Friedens" bitte er "für die Welt um Eintracht unter den Völkern".

Papst Franziskus fliegt im Hubschrauber nach Fatima. / © L'osservatore Romano (dpa)
Papst Franziskus fliegt im Hubschrauber nach Fatima. / © L'osservatore Romano ( dpa )

Bei seiner Ankunft im Papamobil fuhr Papst Franziskus in langsamem Tempo durch die Menschenmenge. Er winkte und lächelte den Besuchern zu, flankiert von Sicherheitskräften in dunklen Anzügen. Der Platz vor dem Heiligtum war gut gefüllt; Menschen aus aller Welt schwenkten die Fahnen ihrer Länder.

Auch heute gebe es viele Kriege, die die Welt zerstörten, so der Papst. Er bat die Gottesmutter, dass es gelingen möge, Mauern einzureißen, Grenzen zu überwinden "und die Gerechtigkeit und den Frieden Gottes" zu verkünden. Maria möge den Menschen helfen, dem Vorbild der seligen Francisco und Jacinta zu folgen.

Eine Million Teilnehmer erwartet

Francisco (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920) sind zwei der drei Seherkinder von Fatima. An diesem Samstag, zum 100. Jahrestag der ersten Marienerscheinung von Fatima, spricht sie der Papst heilig. Die Organisatoren rechnen mit bis zu einer Million Teilnehmern.

Zunächst hatte Franziskus mehrere Minuten konzentriert im stillen Gebet vor dem Gnadenbild der Muttergottes von Fatima verharrt. Auch die Gläubigen auf dem Platz beteten schweigend. Danach sprach der Papst auf Portugiesisch das Gebet; die Menge antwortete mit einem gesungenen Refrain.

Besonderes Geschenk im Gepäck

Als Zeichen der besonderen Verehrung der Muttergottes hatte der Papst ein spezielles Geschenk mitgebracht: die sogenannte Goldene Rose. Der goldene Rosenzweig in einer Silbervase mit Papstwappen ist ein den Päpsten vorbehaltenes Mitbringsel zur Marienverehrung.

Im Anschluss war in der Pilgerherberge, in der Franziskus auch übernachtet, ein privates Abendessen vorgesehen. Am späten Abend wird der Papst in der Kapelle zurückerwartet, um dort Kerzen zu weihen und mit den Gläubigen den Rosenkranz zu beten. Anschließend feiert Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin mit voraussichtlich Tausenden Menschen eine nächtliche Messe auf dem Platz des Heiligtums.

Weltweite Verehrung

Mit der Heiligsprechung am Samstag nimmt der Papst die Seherkinder Francisco und Jacinta Marto ins Verzeichnis jener Verstorbenen auf, die in allen katholischen Kirchen weltweit verehrt werden dürfen. Zu der Messe werden auch etwa 350 Kranke erwartet; ausdrücklich ist auch eine Begegnung des Papstes mit ihnen vorgesehen.

Franziskus ist nur für knapp 24 Stunden in Portugal. Der 13. Mai ist der 100. Jahrestag der Erscheinungen, die laut den Sehern von Mai bis Oktober 1917 anhielten. Mit mehreren Millionen Pilgern jährlich ist Fatima der zweitgrößte Wallfahrtsort Europas. Am Samstagnachmittag fliegt der Papst zurück nach Rom.

Papst Franziskus auf dem Luftwaffenstützpunkt in Monte Real (Portugal). / © Joao Relvas (dpa)
Papst Franziskus auf dem Luftwaffenstützpunkt in Monte Real (Portugal). / © Joao Relvas ( dpa )
Papst Franziskus trifft auf dem Luftwaffenstützpunkt in Monte Real (Portugal) den portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa. / © Joao Relvas (dpa)
Papst Franziskus trifft auf dem Luftwaffenstützpunkt in Monte Real (Portugal) den portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa. / © Joao Relvas ( dpa )
Quelle:
KNA