Papst Leo XIV. hat Übergriffe gegen Frauen erneut verurteilt und zu mutigem Handeln aufgefordert. "Wir dürfen einen Akt der Gewalt niemals unterschätzen und dürfen keine Angst haben, Gewalt anzuzeigen", heißt es in seiner Antwort auf die Frage einer Leserin in der Zeitschrift "Piazza San Pietro", die zum Weltfrauentag veröffentlicht wurde. Auch erteilt er "Rechtfertigungen, die die Verantwortung herunterspielen oder leugnen", eine Absage.
Gewalt in Beziehungen - vor allem die Gewalt gegen Frauen - sei ein "großes Problem" und eine "Quelle großen Leids", so Leo. Frauen seien Protagonistinnen und Schöpferinnen einer Kultur der Fürsorge und der Geschwisterlichkeit, die unverzichtbar sei, um der Menschheit Zukunft und Würde zu geben. Vielleicht würden sie gerade deshalb angegriffen und sogar getötet, weil sie auf wichtige Werte aufmerksam machten: Glaube, Freiheit, Gleichheit, Schöpfungskraft, Hoffnung, Solidarität und Gerechtigkeit. Dadurch seien sie "Zeichen des Widerspruchs in dieser verwirrten, unsicheren und gewalttätigen Gesellschaft".
"Zahlreiche Fälle von Frauenmorden"
Diese großen Werte würden von einer gefährlichen Mentalität bekämpft, die Beziehungen vergifte und Egoismus, Vorurteile, Diskriminierung und einen Willen zur Vorherrschaft hervorbringe, erklärte der Papst. Ein solches Verhalten führe oft zu Gewalt, "wie leider die zahlreichen Fälle von Frauenmorden in jüngster Zeit zeigen". Insbesondere in Italien herrscht große öffentliche Aufmerksamkeit bei diesem Thema.
Die Kirche könne Projekte zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vorantreiben und damit eine Kultur des Respekts fördern, bekräftigte Leo XIV. "Wir müssen diese Gewalt beseitigen und Wege finden, die Denkweise der Menschen zu verändern." Schon bei der Erziehung gelte es, ein Bewusstsein für die Würde jedes Menschen zu schaffen.