Papst erinnert an vor Kreta verdurstete Migranten

"Leid stellt unser Gewissen auf die Probe"

Der Papst hat das Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz wieder genutzt, um auf Auseinandersetzungen, Kriege und die Folgen aufmerksam zu machen. Thema waren das Leid im Mittelmeer und der Konflikt im Nahen Osten.

Papst Leo XIV. beim Angelus-Gebet am Fenster des Apostolischen Palastes / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. beim Angelus-Gebet am Fenster des Apostolischen Palastes / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat an Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung erinnert. 

"Lasst uns auch für alle Migranten beten, die auf See gestorben sind, insbesondere für jene, die in den letzten Tagen vor der Küste Kretas ihr Leben verloren haben", sagte er am Palmsonntag im Vatikan. Laut Medienberichten verdursteten vor der griechischen Insel mindestens 22 Menschen, nachdem ihr Boot tagelang auf offener See umhergeirrt war.

Flüchtlinge im Mittelmeer / © Santi Palacios/AP (dpa)
Flüchtlinge im Mittelmeer / © Santi Palacios/AP ( dpa )

Leo XIV. äußerte sich im Mittagsgebet nach der Palmsonntagsmesse vor rund 40.000 Menschen auf dem Petersplatz. Zu Beginn der Karwoche vor Ostern rief er insbesondere zum Gebet für die Christen im Nahen Osten auf, "die unter den Folgen eines brutalen Konflikts leiden und in vielen Fällen nicht in der Lage sind, die Liturgie dieser heiligen Tage vollständig zu begehen".

Gebet für im Krieg getötete Seeleute

"Ihr Leid stellt unser aller Gewissen auf die Probe", so der Papst, ohne den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran ausdrücklich zu nennen, der sich inzwischen auf den Libanon und die gesamte Region ausgebreitet hat. "Lasst uns zum Fürsten des Friedens beten, dass er die vom Krieg verwundeten Völker stärke und konkrete Wege zu Versöhnung und Frieden öffne."

Ebenso erinnerte er an die Seeleute als weitere Opfer des Konflikts. "Ich bete für die Verstorbenen, die Verwundeten und ihre Familien", so der Papst. Land, Himmel und Meer seien für Leben und Frieden geschaffen, bekräftigte das Kirchenoberhaupt.

Angelus-Gebet

Der Angelus Domini (lat.), Der Engel des Herrn (dt.), auch Angelus, ist ein Gebet, das die Menschwerdung Jesu Christi durch Maria zum Thema hat. Es besteht aus drei Betrachtungsworten aus dem Lukas- sowie dem Johannesevangelium und beginnt mit den Worten: Angelus Domini nuntiavit Mariae ("Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft"). Traditionell wird zum "Angelus-Gebet" um 6.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr durch das Läuten der Kirchenglocken gerufen ("Angelus-Läuten").

Papst Leo XIV. segnet die Gläubigen und Pilger, die sich zum Mittagsgebet Regina Caeli auf dem Petersplatz versammelt haben, am Sonntag, 25. Mai 2025. / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV. segnet die Gläubigen und Pilger, die sich zum Mittagsgebet Regina Caeli auf dem Petersplatz versammelt haben, am Sonntag, 25. Mai 2025. / © Andrew Medichini/AP ( dpa )
Quelle:
KNA