Papst empfängt Vietnams Bischöfe

Repressalien gegen Christen

Kaum zwölf Stunden nach seiner Rückkehr aus Afrika herrscht für den Papst wieder Business as usual: Am Freitag empfing er Bischöfe aus Südostasien im Vatikan. Vielleicht ging es dabei auch um eine seiner nächsten Reisen.

Vatikanische Flagge an einem Gebäude in Rom (shutterstock)
Vatikanische Flagge an einem Gebäude in Rom / ( shutterstock )

Papst Leo XIV. hat am Freitag Vietnams Bischöfe empfangen. Es handelte sich um den sogenannten Ad-Limina-Besuch, wie der Vatikan anschließend mitteilte. Jede Bischofskonferenz der Welt ist gehalten, turnusgemäß den Papst zu besuchen, um mit ihm aktuelle Themen und Entwicklungen in ihren jeweiligen Ländern zu besprechen.

Papst Leo XIV. war erst am Donnerstagabend von seiner elftägigen Afrika-Reise durch Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea zurückgekehrt. Kurz vor seinem Reiseantritt hatte er am vor zwei Wochen Vietnams Parlamentspräsidenten Tran Thanh Man empfangen, der den Papst in die Sozialistische Republik einlud. Die staatliche vietnamesische Nachrichtenagentur VNA berichtete anschließend, Leo XIV. habe den "Wunsch" geäußert, das südostasiatische Land in naher Zukunft zu besuchen. Als mögliche Option wäre 2027 denkbar, da der Papst ohnehin bereits im August zum Weltjugendtag in Seoul erwartet wird.

Streben nach diplomatischen Beziehungen

Vietnam ist einer der wenigen Staaten weltweit, zu denen der Heilige Stuhl keine vollen diplomatischen Beziehungen unterhält. Doch seit Jahren gibt es Bestrebungen beider Länder, ihre Verbindungen zu verstetigen. Die zu diesem Zweck gegründete "Gemeinsame Arbeitsgruppe" hatte dies im September 2025 in einem Kommuniqué bekräftigt. Bei ihrer Tagung im Vatikan traf die Gruppe auch mit Papst Leo XIV. sowie mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Außenminister Paul Gallagher zusammen.

Seit der Wiedervereinigung Vietnams 1975 unter kommunistischer Führung gab es fast ein halbes Jahrhundert lang keine diplomatischen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl. Nach einem Brief von Papst Franziskus 2023 konnte der Vatikan einen Ständigen Vertreter nach Vietnam entsenden, der jedoch noch nicht den Status eines Botschafters hat. Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sind in der kommunistischen Volksrepublik immer wieder Repressalien und Verfolgung ausgesetzt. Dennoch praktizieren viele der rund sieben Millionen Katholiken im Land regelmäßig ihren Glauben.

Insgesamt pflegt der Vatikan diplomatische Beziehungen zu 184 Staaten sowie zur EU. Nicht darunter sind neben Vietnam die Volksrepublik China, Nordkorea, Afghanistan und Saudi-Arabien.

Quelle:
KNA