Papst-Botschafter Eterovic mit Gottesdienst in Berlin verabschiedet

"Wir haben Ihnen viel zu verdanken"

Über zwölf Jahre war Erzbischof Nikola Eterovic Papst-Botschafter in Deutschland. Jetzt geht der Nuntius in den Ruhestand. Zum Abschied dankte ihm der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer.

Mit einem Gottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin hat sich die Deutsche Bischofskonferenz am 22. April 2026 vom Apostolischen Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, verabschiedet / © Matthias Kopp (DBK)
Mit einem Gottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale in Berlin hat sich die Deutsche Bischofskonferenz am 22. April 2026 vom Apostolischen Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, verabschiedet / © Matthias Kopp ( DBK )

Mit einem Gottesdienst in der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale ist der Papstbotschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, am Mittwochabend verabschiedet worden. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch dankte dem Nuntius für seinen Dienst: "Wir haben Ihnen viel zu verdanken. Wir denken an all die Aufbrüche, auch an alles Ringen. Wir danken für Ihre Verbundenheit und das gemeinsame Suchen."

Nuntius Eterovic dankte allen, die ihn unterstützt und ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. Er habe die Kirche in Deutschland als einen vielfältigen Schatz erlebt, mit großherzigen Katholiken. Eterovic, der den Heiligen Stuhl seit 2013 in Deutschland vertreten hatte, ist mit 75 Jahren altersbedingt aus dem diplomatischen Dienst ausgeschieden. Sein Nachfolger in Berlin wird der niederländische Erzbischof Hubertus van Megen (64), der zuletzt Apostolischer Nuntius in Kenia war.

Einfühlsamer Diplomat

Bei einem anschließenden Empfang sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, laut Manuskript: "Wir Deutsche sind nicht immer einfach und manchmal kann man über uns auch mit den Augen rollen. Aber Sie als Diplomat und Seelsorger haben in einer einfühlsamen Balance die Kirche in Deutschland genommen und begleitet, wie sie ist: vielfältig und fromm, politisch und theologisch versiert." 

Erzbischof Nikola Eterovic (2.v.r.), Apostolischer Nuntius in Deutschland, zelebriert den Gottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale zu seiner Verabschiedung am 22. April 2026 in Berlin / © Karin Wollschläger (KNA)
Erzbischof Nikola Eterovic (2.v.r.), Apostolischer Nuntius in Deutschland, zelebriert den Gottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale zu seiner Verabschiedung am 22. April 2026 in Berlin / © Karin Wollschläger ( KNA )

Er sei Eterovic dankbar, dass er die deutsche Ortskirche respektiert habe, wie sie ist, "dass Sie uns begleitet haben, wo es notwendig war und dass Sie uns bis auf den heutigen Tag verbunden sind, was zeigt, dass wir doch einander verstanden haben".

Im Zuge des 2019 gestarteten Reformdialogs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodale Weg, war Eterovic häufig Überbringer päpstlicher und vatikanischer Mahnungen, da der Vatikan dem Reformprojekt teils skeptisch bis ablehnend gegenüberstand.

Von Kroatien in den Vatikan und die Welt

Der aus Kroatien stammende Eterovic gilt als einer der Spitzendiplomaten der römischen Kurie. Er wurde 1951 in Pucisca auf der Adriainsel Brac geboren, die damals noch zum sozialistischen Jugoslawien gehörte. Im Jahr 1977 zum Priester geweiht, absolvierte er die vatikanische Diplomatenakademie in Rom. Auslandseinsätze führten ihn ab 1980 nach Westafrika, nach Spanien und Nicaragua. Danach kehrte er in die Zentrale des vatikanischen Staatssekretariats in Rom zurück.

1999 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in der Ukraine. Ab 2004 war er Generalsekretär der Bischofssynode in Rom, bevor er im September 2013 zum Nuntius in Deutschland ernannt wurde, wo er zugleich als Doyen dem Diplomatischen Korps vorstand.

Apostolischer Nuntius

Der Apostolische Nuntius ist in Doppelfunktion Gesandter des Papstes bei einer Ortskirche und zugleich bei einem Staat oder einer öffentlichen Autorität. Als Mittelsmann des Papstes soll er in erster Linie die Verbindung zwischen dem Apostolischen oder Heiligen Stuhl und der Kirche seines Gastlandes halten und stärken. Zudem soll er nach den Normen des internationalen Rechts das Verhältnis zwischen dem Vatikan und den Staatsautoritäten pflegen, Staat-Kirche-Fragen behandeln und etwa durch Konkordate oder andere Vereinbarungen regeln.

Ein Pileolus und eine Stola liegen auf einer Kirchenbank / © Harald Oppitz (KNA)
Ein Pileolus und eine Stola liegen auf einer Kirchenbank / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA