Papst berät mit Kardinälen über Kurienreform

"Voller Rückhalt"

Der für die Kurienreform zuständige Kardinalsrat ist zu dreitägigen Beratungen mit dem Papst im Vatikan zusammengetroffen. Der Rat hat Papst Franziskus und seinem Lehramt "volle Unterstützung" zugesagt.

Kardinalsrat mit Papst Franziskus / © Romano Siciliani (KNA)
Kardinalsrat mit Papst Franziskus / © Romano Siciliani ( KNA )

Der für die Kurienreform zuständige Kardinalsrat (K9-Rat) hat Papst Franziskus und seinem Lehramt "volle Unterstützung" zugesagt. Angesichts einiger "aktueller Ereignisse" drückten alle neun Kardinäle des Gremiums dem Wirken des Papstes ihren "vollen Rückhalt" aus, wie der Vatikan am Montag mitteilte. Die Kardinäle versicherten Franziskus demnach "ihre volle Zustimmung und Unterstützung", sowohl seiner Person, als auch seinem Lehramt gegenüber.

Das Gremium, dem auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, angehört, unterstützt den Papst auch in anderen wichtigen Fragen der Kirchenleitung. Es gilt inzwischen als die engste Beratungsinstanz von Franziskus.

Papstkritische Plakate

Die Vatikannote geht nicht genauer auf die angesprochenen "aktuellen Ereignisse" ein. Im November hatten vier Kardinäle - darunter die Deutschen Joachim Meisner und Walter Brandmüller - öffentlich Zweifel an Franziskus' Schreiben "Amoris laetitia" geäußert und mehr Klarheit im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gefordert. In Rom waren zuletzt papstkritische Plakate sowie eine ebenfalls kritische Fake-Ausgabe der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" aufgetaucht.

Beide Male ging es unter anderem darum, dass der Papst bisher nicht auf die Fragen der Kardinäle zu "Amoris laetitita" antwortete.

Dank für Weihnachtsansprache

Der K9-Rat dankte Franziskus zudem für seine Worte in seiner Weihnachtsansprache an die Kurie 2016, in deren Mittelpunkt er diesmal die Kurienreform gestellt hatte. Die Rede habe sie ermutigt und die Richtung für die Arbeit vorgegeben. Damals hatte Franziskus gesagt, es gehe um einen "Prozess des Wachstums und vor allem der Bekehrung". Zudem war er auch kurz auf Kritiker aus den eigenen Reihen eingegangen: Neben konstruktiver Kritik, Angst und Trägheit gebe es auch "böswillige Widerstände" aus einem "verqueren Geist".

Diese Art von Reformverweigerung, die "oft im Schafspelz" daherkomme, verstecke sich "hinter rechtfertigenden und in vielen Fällen anklagenden Worten" und flüchte sich "in Traditionen, Schein, Formalitäten, in das Bekannte".

Der Kardinalsrat hatte am Montag seine dreitägigen Beratungen mit dem Papst im Vatikan wieder aufgenommen. Im Mittelpunkt der 18. Konferenzrunde des Beratergremiums stehen Überlegungen zum künftigen Stand der vatikanischen Kongregationen und weiterer Behörden.

Kurienordnung überarbeiten und neu fassen

Franziskus hatte das aus neun Kardinälen bestehende Beratergremium (K9-Rat) am 13. April 2013 gegründet, genau einen Monat nach seiner Wahl zum Papst. Er reagierte damit auf Kritik während des Vorkonklaves, das Defizite in der Kurienverwaltung für manche organisatorischen Pannen im Pontifikat von Benedikt XVI. verantwortlich machte. Der K9-Rat soll die seit 1988 geltende Kurienordnung "Pastor bonus" überarbeiten und neu fassen.

Das Gremium, dem auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, angehört, unterstützt den Papst auch in anderen wichtigen Fragen der Kirchenleitung. Es gilt inzwischen als die engste Beratungsinstanz von Franziskus.

Quelle:
KNA