Papst appelliert an Eltern

Verständnis auch für homosexuelle Kinder

Papst Franziskus spricht Eltern Mut zu und appelliert an ihre uneingeschränkte Offenheit für die Sorgen ihres Nachwuchses. "Verurteilt niemals eines eurer Kinder", sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan.

Generalaudienz mit Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Generalaudienz mit Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Er denke dabei auch an Kinder, die sich sexuell zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlten oder an Kinder, die vom rechten Weg abkämen. Zugleich ermutigte Franziskus alle Eltern, unerschrocken den Weg des Gebets, der Arbeit und der Liebe zu gehen.

"Lasst euch nicht erschrecken, es gibt viele Probleme, aber denkt immer an den Herrn, denkt daran, wie Josef seine Probleme bewältigt hat", so der 85-Jährige. Er beschäftigt sich seit einigen Wochen in seinen Bibelauslegungen bei der wöchentlichen Generalaudienz mit der Person des Josef von Nazareth.

Er denke dabei auch an Eltern, deren Kinder schwer oder unheilbar krank seien, so Franziskus weiter. Im Leben begegne einjeder Gefahren, welche die eigene Existenz oder das Leben der Liebsten bedrohten. Doch der Herr lasse keine Probleme zu, ohne Hilfe, sie zu bewältigen.

In Deutschland wird zurzeit viel über nicht-heterosexuelle Menschen in der Katholischen Kirche diskutiert. Im Rahmen der Initiative "#OutInChurch" sowie einer Fernsehdokumentation haben sich zu Wochenbeginn 125 Menschen in der katholischen Kirche geoutet. Viele von ihnen sind haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche tätig. Die Initiative fordert unter anderem, das kirchliche Arbeitsrecht so zu ändern, "dass ein Leben entsprechend der eigenen sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität" nicht zur Kündigung führe. Die Dokumentation lief am Montagabend in der ARD und ist in der Mediathek abrufbar.

Katholische Verbände solidarisieren sich mit katholischer queerer Initiative

Rund 20 katholische Verbände und Organisationen solidarisieren sich mit queeren Katholikinnen und Katholiken. "Es darf nicht länger hingenommen werden, dass Menschen in kirchlichen Kontexten aus Angst gegenüber Kirchenvertreter*innen ein Schattendasein führen müssen, wenn sie nicht dem von der Kirche normierten Geschlechterbild entsprechen", heißt es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Anlass sind Äußerungen der Betroffenen zu ihrer Sexualität beziehungsweise ihrer Geschlechteridentität im Rahmen einer bundesweiten Kampagne.

Homosexuelles Paar mit Armbändern in Regenbogenfarben / © chayanuphol (shutterstock)
Homosexuelles Paar mit Armbändern in Regenbogenfarben / © chayanuphol ( shutterstock )

Quelle:
KNA