Päpstliche Würdigung für neue Selige in Polen 

"Beispielhaftes Handeln"

Papst Franziskus hat die jüngste Seligsprechung von zehn Ordensschwestern in Polen gewürdigt. Sie seien trotz aller Risiken infolge des Zweiten Weltkrieges bei den Kranken und Pflegebedürftigen geblieben, sagte er am Sonntag.

Mittagsgebet des Papstes an Pfingsten, eine Möwe fliegt vorbei / © Alessandra Tarantino (dpa)
Mittagsgebet des Papstes an Pfingsten, eine Möwe fliegt vorbei / © Alessandra Tarantino ( dpa )

Am Ende des Zweiten Weltkrieges seien sie dann "in einem Kontext von Hass auf den Glauben" ermordet worden, so Franziskus am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.  Ihr beispielhaftes Handeln möge viele ermutigen.

Die deutsche Ordensschwester Paschalis Jahn und ihre neun Gefährtinnen der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth (Graue Schwestern) wurden am Samstag in der Johanneskathedrale im polnischen Breslau seliggesprochen. Ihr Gedenktag wird zukünftig am 11. Mai begangen, wie die polnische Bischofskonferenz mitteilte.

Die Selige Paschalis Jahn

Magdalena Jahn wurde 1916 in Neisse/Nysa in Oberschlesien geboren. Der Vater zog 1926 aus wirtschaftlichen Gründen nach Herne in Westfalen; die Familie und Magdalena zogen später nach. 1934/35 arbeitete sie als Haushaltsgehilfin im Gesellenhaus der Kolpingsfamilie in Wuppertal-Barmen, das von Ordensschwestern geleitet wurde.

Nach Neisse zurückgekehrt, trat Magdalena im Alter von 21 Jahren der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth bei und trug fortan den Namen Schwester Paschalis. Ihrer Oberin folgend, floh sie vor den anrückenden russischen Truppen aus dem Kloster in Neisse und kam nach Zöptau im heute tschechischen Kreis Mährisch-Schönberg. Dort wurde sie von einem russischen Soldaten sexuell bedrängt. Als sie sich ihm widersetzte, wurde sie von ihm erschossen. Ihre neun Mitschwestern ereilte dasselbe Schicksal.

Selige auch für die Ukraine

Die polnische Erzdiözese Breslau hatte das Seligsprechungsverfahren für alle zehn Schwestern 2011 eingeleitet. Im Juli vergangenen Jahres hatte Papst Franziskus Grünes Licht für die Seligsprechung der ermordeten Ordensfrauen gegeben. Die Zeremonie am Samstag fand unter Vorsitz des Präfekten der Vatikanbehörde für Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Marcello Semeraro, statt.

Den neuen Seligen würden in besonderer Weise die Menschen in der Ukraine, Migranten und die Hoffnung auf Frieden dargebracht, sagte der Kardinal. Neben Paschalis Jahn sind dies namentlich Edelburgis Kubitzki, Rosario Schilling, Adelo Schramm, Sabino Thienel, Sapientio Heymann, Melusjo Rybka, Adelheidis Töpfer, Felicytas Ellmerer und Acutino Goldberg seliggesprochen.

 

Quelle:
KNA