Kirchen unterstreichen Wert der Friedhofskultur

Orte der Glaubenshoffnung

Die Kirchen haben die christliche Friedhofskultur als wertvoll für die Gesellschaft gewürdigt. Es gelte, sie weiterzuentwickeln, zu pflegen und ihre Bedeutung sichtbar zu machen. Bischof Georg Bätzing bezeichnet sie als Orte der Glaubenshoffnung.

Eine Amsel auf einem Grab / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Amsel auf einem Grab / © Harald Oppitz ( KNA )

An diesem Donnerstag wurde im brandenburgischen Stahnsdorf die Broschüre "Christliche Friedhöfe: Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur" vorgestellt. In Stahnsdorf befindet sich Deutschlands zweitgrößter Friedhof mit vielen historisch wertvollen Grabmälern.

Die Publikation wurde gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur herausgegeben.

Bedeutung des Kulturraums Friedhof

Darin geht es um die sozialen, historischen und künstlerischen Facetten sowie die Bedeutung des Kulturraums Friedhof für Christinnen und Christen.

Auf Empfehlung der Deutschen Unesco-Kommisssion hatte die Kultusministerkonferenz im März 2020 die Aufnahme der deutschen Friedhofskultur in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes beschlossen. Dazu zählen auch Kulturformen wie Brotbacken, Orgelbau oder Sternsingen.

Der Geschäftsführer des Kuratoriums, Tobias Pehle, betonte, dass "unsere Friedhofslandschaft ohne die christlichen Friedhöfe nicht denkbar ist". Diese seien untrennbar mit dem Immateriellen Kulturerbe "Friedhofskultur in Deutschland" verbunden.

Friedhöfe als Orte der Glaubenshoffnung

In der Broschüre würdigte der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Limburger Bischof Georg Bätzing die Friedhöfe als Orte der Glaubenshoffnung, die "voller Frieden sind" und "die gut tun". Der EKD-Vorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bezeichnete Friedhöfe als "unverzichtbare Orte des menschlichen Lebens", die zugleich "bedeutende Kulturorte" seien.

Um die Friedhofskultur bekannter zu machen, erarbeiteten Kirchen und Kuratorium eine Wanderausstellung, die zunächst in kirchlichen Bildungseinrichtungen gezeigt werden soll. Zudem sollen Hinweistafeln an möglichst vielen Friedhöfen über die Unesco-Auszeichnung informieren.

Quelle:
KNA
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