Grübel sieht Lage der Religionsfreiheit global verschlechtert

Oft sind Christen die Verlierer

Die Lage der Religionsfreiheit hat sich in den vergangenen zehn Jahren weltweit deutlich verschlechtert. Darauf hat der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel, hingewiesen. Besorgniserregend sei die Lage in China.

Symbolbild Religionsfreiheit / © Marina Danilenko (shutterstock)
Symbolbild Religionsfreiheit / © Marina Danilenko ( shutterstock )

Sowohl staatliche Einschränkungen als auch gesellschaftliche Diskriminierung seien heute in wesentlich mehr Ländern an der Tagesordnung. Abgenommen hätten insbesondere Respekt und Toleranz gegenüber Minderheiten, so Grübel.

Am meisten Sorgen mache er sich wegen China und der dortigen Lage der muslimischen Uiguren, aber auch wegen der nicht staatstreu organisierten Christen, sagte Grübel. In Nigeria werde ein "jahrtausende alter Konflikt" zwischen überwiegend christlichen Ackerbauern und Vieh züchtenden muslimischen Nomaden religiös aufgeheizt. Oft seien Christen die Verlierer, "denn sie werden vertrieben und ihre Dörfer verbrannt", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete.

Globale und differenzierte Betrachtung nötig

Das Thema müsse global und differenziert betrachtet werden, fügte der Beauftragte hinzu. So sei auch die Religion der Naturvölker im Regenwald durch die Vernichtung ihrer Lebensräume bedroht. Der Einsatz für Religionsfreiheit dürfe nicht nur Christen im Blick haben, sonst sei er nicht glaubwürdig.

Kritisch äußerte er sich zur Befassung mit diesem Thema durch die Regierungen in Polen, Ungarn und in den USA während der Trump-Administration. In Deutschland dagegen werde die allgemeine Bedeutung von Religionsfreiheit unterschätzt.

Auslöser starker Emotionen

Religion sei "wahrscheinlich das Thema, das weltweit die stärksten Emotionen auslöst", sagte der Vize-Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen, Gregor von Fürstenberg. Umso wichtiger sei es, dass auch mehrere Ministerien der Bundesregierung das inzwischen im Blick und eigene Referate geschaffen hätten.

Grübel und Fürstenberg äußerten sich bei einer Videokonferenz von missio Aachen in Verbindung mit dem Portal katholisch.de und weiteren katholischen Einrichtungen.

Quelle:
KNA
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