Ukraine will jüdische Wallfahrt wegen Corona eingrenzen

Nur kleine Gruppen mit Testergebnis

Einen Monat vor der traditionellen Pilgerfahrt zum Grab des Rabbiners Nachman nach Uman hat die Ukraine hat angekündigt, die Einreise für Ausländer in die zentralukrainische Provinzstadt zu begrenzen. 

Grabstätte von Rabbi Nachman in der Ukraine / © Liron-Afuta (shutterstock)
Grabstätte von Rabbi Nachman in der Ukraine / © Liron-Afuta ( shutterstock )

"Die Coronavirus-Infektionsrate in der Ukraine und im Ausland erlaubt keine Durchführung von Massenveranstaltungen, insbesondere nicht solcher, die von Ausländern besucht werden", erklärte der ukrainische Innenminister Arsen Avakov laut Bericht der Tageszeitung "Haaretz".

Ein Massenbesuch von strengreligiösen jüdischen Pilgern in Uman gefährde nicht nur die Pilger, sondern auch ukrainische Bürger, so Avakov. Er verwies auf Einschränkungen, die die ukrainische sowie die russisch-orthodoxe Kirche aufgrund der Pandemie erlassen hätten. Der Bürgermeister Umans, Oleksandr Tsebriy, erklärte laut Zeitung, er werde die Zufahrtsstraßen zur Stadt sperren, um Pilger von der Einreise abzuhalten.

Internationale Tradition

Jeweils zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, das in diesem Jahr am Abend des 18. September beginnt, pilgern Zehntausende gläubige Juden nach Uman. Der dort begrabene Rabbiner Nachman ist ein Begründer des Chassidismus, einer strengreligiösen Strömung des Judentums.

Vertreter der Gruppe der Bratslaver Chassidim erklärten gegenüber "Haaretz", es werde weiterhin versucht, mit der ukrainischen Regierung an einer Einlassregelung zu arbeiten. Demnach soll es Pilgern mit negativem Corona-Test gestattet werden, in kleinen Gruppen und unter Einhaltung der Covid-19-Schutzmaßnahmen das Grab Nachmans zu besuchen. Der Leiter der Bratslav-Bewegung in Isarel, Nachman Benschaya, warf Israel vor, ein solches Abkommen verhindern zu wollen. Ohne Abkommen drohe eine unorganisierte Masseneinreise nach Uman mit unkontrollierbaren Folgen.

Die Gesundheitsministerien beider Länder hatten Pilger in einer gemeinsamen Stellungnahme dazu aufgerufen, Uman wegen der Gesundheitsrisiken zu meiden. Einen ähnlichen Standpunkt vertrat der israelische Coronabeauftragte Ronni Gamzu.


Quelle:
KNA