Für die Nürnberger evangelische Lorenzkirche wird im laufenden Jahr sicher kein Eintritt verlangt werden. Das teilte die geschäftsführende Pfarrerin Claudia Voigt-Grabenstein auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.
Damit folgt die Gemeinde nicht der benachbarten Sebalduskirche. Dort müssen Besucher, die nicht zu Gottesdiensten oder in seelsorglichen Anliegen kommen, ab 17. Mai einen Obolus entrichten. Erwachsene zahlen demnach fünf Euro, Schüler, Studenten, Senioren sowie Gruppen 2,50 Euro pro Person.
Voigt-Grabenstein räumte jedoch ein, dass man sich auf die Zukunft hin überlegen werden müsse, wie die Gemeinde die kommenden Kosten der Sanierungsarbeiten werde stemmen können. "Der Gedanke eines Eintritts liegt da nah. Aber wir sind uns nicht sicher, ob wir unter dem Strich nicht doch mit freiwilligen Spenden besser fahren." Immerhin brauche es, wenn eine Gebühr verlangt werde, unter anderem Personal, das gleichfalls zu finanzieren sei. Auch ein eigenes Wegesystem müsse geschaffen werden.
Eine andere Idee
Die Pfarrerin hat aber noch eine andere Idee: "Was uns definitiv helfen würde, wäre die Bereitschaft, die Lorenzkirche im Rahmen der Erbschaften zu bedenken." Sie glaube, dass es durchaus eine große Offenheit gäbe, wenn es darum gehe, "gemeinsam die Lorenzkirche mittendrin in Nürnberg zu unterstützen". In diese Richtung gelte es weiterzudenken und daran zu arbeiten.
In der Lorenzkirche befinden sich bedeutende Kunstwerke. Dazu gehören unter anderem der sogenannte Englische Gruß (1517/18) von dem Schnitzer Veit Stoß sowie das erste von Adam Kraft 1493 bis 1496 geschaffene Sakramentshäuschen, ein fast 20 Meter hoher Sandstein-Tabernakel.
In Sankt Sebald hatten die Verantwortlichen den künftigen Eintritt damit begründet, dass der Erhalt der knapp 800 Jahre alten evangelischen Kirche jährlich erhebliche Kosten verursache. Dazu gehörten Bauunterhalt, Restaurierungen, Energie, Reinigung, Sicherheit und Organisation der Öffnungszeiten.