NRW-Integrationsminister fordert Sachlichkeit in Debatte über Islam

"Die Gesellschaft lebt von Vielfalt"

Integrationsminister Stamp hat sich auf der rheinischen Landessynode für mehr Sachlichkeit in der Debatte über den Islam ausgesprochen. "Wir dürfen Vorurteile auch in unseren Reihen keinen Raum greifen lassen", betonte der FDP-Politiker.

In einer Hamburger Moschee / © Axel Heimken (dpa)
In einer Hamburger Moschee / © Axel Heimken ( dpa )

Die überwiegende Mehrheit der Muslime identifiziere sich mit dem Grundgesetz und den Werten in Deutschland, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) am Montag vor der rheinischen Landessynode in Bad Neuenahr. Extreme Positionen gebe es im Islam, aber auch in kirchlichen Kreisen.

Vielfalt bietet Chancen

"Die Vielfalt der Christen ist groß", sagte Stamp. "Sie ist unter Muslimen nicht kleiner, sie ist sogar noch größer." Das biete Chancen, aber zugleich fehle auch ein zentraler Ansprechpartner. "Die Gesellschaft lebt von Vielfalt", unterstrich der Integrationsminister. Einwanderung bedeute Innovation. "Die offene, freie Gesellschaft muss keine Angst machen", erklärte Stamp. Sie müsse mit klarer Haltung verteidigt werden.

Mit Blick auf die Flüchtlingszuwanderung lobte Stamp das Engagement der vielen Ehrenamtlichen in der Kirche. Für Kriegsflüchtlinge warb er für einen neuen Status, der Familiennachzug vorsieht. Diejenigen, die Arbeit gefunden hätten, müssten ihre Kernfamilie nachholen können. Der FDP-Politiker warnte aber, die Gesellschaft dürfe sich nicht übernehmen.

"Konsistentes Einwanderungsgesetz"

Auch die Integration der Kinder und Jugendlichen vor Ort gehöre zu den großen Problemen. Eine Masseneinwanderung beim Familiennachzug sei allerdings von Populisten frei erfunden. Die deutschen Botschaften könnten nur 100.000 Visa pro Jahr ausstellen.

Für die Menschen, die schon länger in Deutschland lebten, brauche es einen "vernünftigen Aufenthaltsstatus". Denn bei diesen Flüchtlingen stehe fest, dass sie das Land nicht so schnell wieder verlassen, betonte Stamp. Generell sprach er sich für ein "konsistentes Einwanderungsgesetz" und damit verbunden für feste Regelungen für die Einwanderung der Menschen aus, die aufgrund des Fachkräftemangels gebraucht werden.

Quelle:
epd